21:32 13 November 2019
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    Militärpatrouille auf den Straßen von Stockholm (Archivbild)

    Schwedens „Kriegsgefahr aus Russland“: Tarnung eigener Absichten

    © AFP 2019 / TT News Agency / Jonas Ekstromer
    Politik
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    Dass ein Forschungsinstitut aus Schweden in einer Studie erklärt, Russland würde sich auf einen großen Krieg vorbereiten, ist doch längst eine Taktik im schwedischen Politikbetrieb. Derlei Studien dienen dem Zweck, bestimmte politische Absichten zu tarnen, sagt der Politikexperte Alexander Schpunt im Sputnik-Gespräch.

    Russland sei sehr viel energischer dabei, sich auf einen größeren Krieg vorzubereiten, heißt es in einer Studie des Schwedischen Forschungsinstituts für Verteidigung (FOI). Laut dem Studienbericht werden russische Truppen seit 2013 systematisch auf ihre Gefechtsbereitschaft hin überprüft. Präsident Putin als Oberbefehlshaber der russischen Armee nimmt persönlich an diesen Überprüfungen teil.

    Die Berichtsautoren sagen zudem, Russlands Armee habe ihre Gefechtsbereitschaft spürbar erhöht und könne innerhalb kürzester Zeit dazu übergehen, militärische Aufträge zu erfüllen.

    >>>Mehr zum Thema: „Schwedische Mythen“ — Moskau zu Berichten über russische U-Boote in Skandinavien<<<

    Zudem heißt es in der FOI-Studie, die Manöver der russischen Streitkräfte würden immer größer. An der Übung „Wostok-2018“ zum Beispiel seien 300.000 Soldaten beteiligt gewesen. Solcherart Übungen in einer der vier Himmelsrichtungen fänden einmal im Jahr statt, damit die Armee lerne, einen Krieg auf dem Großteil des Kontinents zu führen. Russland bereite sich darauf vor, „regionale und womöglich langanhaltende Kriege gegen mögliche Gegner von der Größe Chinas oder der Nato“ zu führen, so der Studienverantwortliche beim FOI, Johan Norberg.

    Der Politologe Alexander Schpunt von der Moskauer Higher School of Economics kommentiert die schwedische Studie so:

    „Wenn Schweden von einer militärischen Bedrohung aus Russland spricht, geht es hauptsächlich um die Begründung für die Verstärkung der eigenen militärischen Fähigkeiten.“

    Dabei sei die Militärkraft Schwedens „für ein Land mit dieser geopolitischen Lage und ohne echte Bedrohungen von außen“ ohnehin schon sehr groß.

    Aber: „Oft ist Russland auch noch ein Element in den innenpolitischen Spielchen in Schweden. Man denke nur an die endlose Suche nach russischen U-Booten vor der schwedischen Küste, die zahllosen Skandale, die in Schweden immer wieder wegen ‚russischer Agenten‘ entflammen.“ Insofern enthalte die Studie im Grunde nichts Neues. „Der Bericht folgt der Leitlinie der schwedischen Führung für den Umgang mit einer angeblich existenten militärischen Gefahr“, so der Experte im Sputnik-Gespräch.

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    Tags:
    Kriegsgefahr, Forschung, Bericht, Militarismus, Militarisierung, Armee, Moskauer Higher School of Economics, NATO, Russland, Schweden