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04:12 15 Oktober 2019
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    Huthi-Kämpfer, Jemen (Archiv)

    USA bewaffnen aus Versehen al-Qaida-nahe Milizen - Medien

    © AP Photo / Hani Mohammed
    Politik
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    Der Krieg im Jemen ist ein gutes Geschäft für die US-Rüstungsindustrie. Offiziell dürfen deren Handelspartner die gelieferten Waffen zwar nicht weitergeben. Dennoch sind diese nun in Händen radikaler Milizen, berichtet das Portal welt.de.

    Seriennummern an großen Fahrzeugen verraten den Herstellungsort. Das dürfte eine ganze Reihe von Beamten im Pentagon in Washington nervös machen: Die Fahrzeuge stammen aus Beaumont, US-Bundesstaat Texas.

    Seit 2015 bekämpft im Jemen-Krieg eine sunnitische, von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition die schiitischen Huthi-Milizen, hinter denen der Iran steht. Der Krieg gilt als einer der grausamsten unserer Zeit. Der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge wurden in dem Konflikt bereits mehr als 10.000 Menschen getötet, etwa 20 Millionen Menschen sind von Hunger bedroht, heißt es in dem am Mittwoch abgedruckten Bericht.

    ​Waffen und Militärgerät, die die Koalition nutzt, stammen größtenteils aus den USA. Jedoch ist in den Lieferverträgen geregelt, dass beides nicht an Dritte weitergegeben werden darf. Schon gar nicht an radikale, durchaus al-Qaida-nahe Milizen.

    Dass genau das nun der Fall zu sein scheint, hat eine Recherche von CNN ergeben. Reporter sind durch das Land gereist und haben an verschiedenen Orten in den USA hergestellte Waffen und Fahrzeuge gesichtet, die sich nun in Händen von Milizen befinden.

    Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International unterstützt diese Einschätzung. „Das Militär der Emirate erhält von westlichen Staaten und anderen Ländern Waffenlieferungen in Milliardenhöhe, nur um diese dann an Milizen im Jemen weiterzuleiten, die nachweislich Kriegsverbrechen begehen“, erklärt Mathias John, der Rüstungsexperte bei Amnesty International Deutschland.

    Die Organisation hat dokumentiert, wie über die an der Seite Saudi-Arabiens stehenden Vereinigten Arabischen Emirate „in großem Umfang“ Panzerfahrzeuge, Mörsersysteme, Gewehre, Pistolen und Maschinengewehre an Milizen gelangen, die keiner Regierung unterlägen.

    US-Außenminister Mike Pompeo und der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman
    © AP Photo / Andrew Cabellero-Reynolds

    Es geht dabei nicht nur um US-Waffen. Die Emirate sind ein guter Kunde auch der deutschen Rüstungsindustrie. Der Rüstungsexportbericht der Bundesregierung weist für 2017 Genehmigungen zur Ausfuhr von Kriegswaffen in die Emirate im Wert von 45,1 Millionen Euro auf. Laut Amnesty sind bei jemenitischen Milizen vor allem Panzerfahrzeuge aus den USA im Einsatz.

    Dem Blatt zufolge fahren doch nicht nur al-Qaida-nahe Milizen mit US-Militärgerät durch die Wüste. Videoaufnahmen, die von CNN verbreitet werden, zeigen, dass auch die Huthi-Milizen an die gepanzerten Fahrzeuge gelangen konnten. Damit haben iranische Sicherheitsdienste Zugriff auf US-Militärtechnologie.

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    Tags:
    Lieferung, Waffen, Krieg, Al-Qaida, Jemen, Deutschland, USA