02:36 17 Juni 2019
SNA Radio
    Oskar Lafontaine (Archiv)

    „Die Lügen Trumps und seiner Vasallen“ – Oskar Lafontaine zur europäischen US-Politik

    © AFP 2019 / JOHANNES EISELE
    Politik
    Zum Kurzlink
    725053

    Der deutsche Linken-Politiker und Publizist Oskar Lafontaine hat mit einem Kommentar auf Facebook seine Position zur US-Amerikanischen Politik in Bezug auf Deutschland und Russland erläutert.

    Lafontaine zufolge liegt das Hauptziel der US-Politik seit einem Jahrhundert darin, „ein deutsch-russisches Bündnis zu verhindern.“ Die USA wollen demnach einen Keil zwischen Deutschland und Russland treiben.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Nord Stream 2 wird nicht blockiert: Merkel spricht von Einigung von EU-Staaten<<<

    „Es ist doch eine banale Erkenntnis, dass die Vereinigten Staaten ein Problem hätten, wenn deutsche Technologie und russische Rohstoffe zueinanderfänden“, zitiert der Linken-Politiker den US-amerikanischen Sicherheitsberater George Friedman.

    Trump wolle nun verhindern, so Lafontaine, dass Russland in größerem Umfang umweltfreundliches Erdgas an Deutschland verkaufe, um uns selbst sein umweltschädliches Fracking-Gas zu verkaufen. Deshalb würde es seit längerem eine Lügenkampagne unter Beteiligung von „Bild“ und ähnlichen „Qualitätsmedien“ und einschlägig bekannten „Atlantikern“ bei CDU und Grünen geben. Ihr Ziel sei es, zu verhindern, dass Putin einen zu großen Einfluss in Deutschland bekomme, so Lafontaine.

    Weiterhin versucht Lafontaine zu hinterfragen, wer von den beiden Staatschefs, Wladimir Putin und Donald Trump, den Bürgern und Unternehmen Deutschlands denn letztendlich vorschreiben wolle, wie man sich zu verhalten haben.

    „Nötigt Putin die Deutschen, mehr Geld fürs Militär auszugeben, oder ist das Trump? Verbietet Putin den Deutschen Handel mit anderen Nationen zu treiben, oder ist das Trump? Sagt Putin den Deutschen, welches Gas sie verbrauchen sollen, oder ist das Trump? Schreiben Putins Botschafter Drohbriefe an deutsche Firmen, oder sind das Trumps Botschafter, die sich in aller Welt aufführen wie einst die Statthalter Roms?“

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Flüssiggas-Terminals und TAP – wie die EU Russland vom Gasmarkt verdrängen will<<<

    Lafonataine bezieht sich auf Politikbarometer-Daten, wonach wegen Trumps Politik 82 Prozent der Deutschen stark besorgt seien, wegen Putins Politik 56 Prozent. Zudem würden fast zwei Drittel der Deutschen den US-Präsidenten für eine größere Gefahr für den Weltfrieden halten als den russischen Präsidenten.

    „Sollte Putin anfangen, uns vorzuschreiben, mit wem wir Handel treiben dürfen, wieviel Geld wir fürs Militär ausgeben und wie unsere Energieversorgung aussehen soll, können wir uns immer noch überlegen, ob wir Trumps schmutziges und teures Fracking-Gas kaufen. Aber bis dahin sollten die USA und ihre Vasallen aufhören, uns ihre Lügenmärchen aufzutischen.“, heißt es zum Abschluss.

    Oskar Lafonataine hat mit diesem Kommentar die berechtigte Frage nach dem Sinn und Zweck der US-Politik in Europa in den Raum gestellt. Der im Jahr 2017 verstorbene ehemalige Sicherheitsberater unter dem ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter und weltbekannte Stratege im Bereich Geopolitik, Zbigniew Brzezinski, hatte vor etwa 20 Jahren in seinem Buch „The Grand Chessboard“ die Strategie der US-amerikanischen Politik (vor allem im Rahmen der Nato) in Bezug auf Europa und Russland eindeutig genannt. Ihm zufolge muss die USA versuchen, selbst in Europa weiter zu agieren, Deutschland dabei „unten  zu halten“ und Russland am besten nicht in europäische Angelegenheiten eindringen lassen. (“On the purpose of NATO: to keep the Russians out, the Americans in, and the Germans down”).

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Von Washington nach Peking: Deutsche verlieren Vertrauen in die USA unter Trump<<<

    Grundsätzlich nehmen weltweit viele Politiker und Strategen nach wie vor Bezug auf Brzezinskis Ansichten, die vor allem in den Vereinigten Staaten und in deren Partnerländern Anklang finden.

    Oskar Lafontaine gilt als einer der schillerndsten deutschen Politiker der letzten 30 Jahre. Er war von 1985 bis 1998 Ministerpräsident des Saarlandes und galt bei der Bundestagswahl 1990 als Kanzlerkandidat der SPD. Zwischen 1995 und 1999 war Lafontaine SPD-Vorsitzender und übernahm nach der Wahl Gerhard Schröders 1998 zum  Bundeskanzler in dessen Kabinett das Bundesministerium der Finanzen. 1999 hatte er überraschend alle seine politischen Ämter niedergelegt und sich fortan als Kritiker des rot-grünen Regierungskurses positioniert.

    2005 folgte ein Wechsel von der SPD zur damals neu gegründeten Wahlalternative Arbeit & soziale Gerechtigkeit (WASG), die sich nach einem Wahlbündnis mit der PDS in „Die Linkspartei.PDS“ umbenannte. Von 2005 bis 2009 war Lafontaine mit Gregor Gysi Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion im Deutschen Bundestag. Von 2007 bis 2010 war er neben Lothar Bisky Parteivorsitzender der neugebildeten Partei Die Linke.

    Aus gesundheitlichen Gründen hatte Lafontaine sich von seinen politischen Ämtern zurückgezogen und führte nach der Genesung die Linke bei der Landtagswahl 2009 mit mehr als 20 Prozent der Stimmen zu einem erdrutschartigen Erfolg. Gegenwärtig ist er Fraktionsvorsitzender der Linken im Saarländischen Landtag.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Nord Stream 2 bietet die günstigste Gaslieferung nach Europa – Kreml<<<

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Russland-Politik, Medienhetze, US-Botschafter, Gaskonzern, Russlandpolitik, Bild, Gaskrieg, Nordstream, Deutsche, US-Administration, deutsche Geschäftskreise, Militär, Russland, Wirtschaft, Fracking, Medien, Nord Stream 2, Erdgas, Bild, CDU, Bündnis 90/Die Grünen, Bild-Zeitung, Zbigniew Brzeziński, Donald Trump, Oskar Lafontaine, Zbigniew Brzezinski, Wladimir Putin, Deutschland, USA, Russland