06:54 24 April 2019
SNA Radio
    Sicherheitskräfte von Kosovo (Archiv)

    „Serben bedroht” – Russische Botschaft kritisiert westliche Position zu Kosovo-Armee

    © AP Photo /
    Politik
    Zum Kurzlink
    8604

    Die Zustimmung seitens Großbritanniens sowie einer Reihe anderer westlicher Länder zum Aufbau von vollwertigen Streitkräften im Kosovo verstößt gegen die UN-Sicherheitsratsresolution Nr. 1244 und gefährdet die Sicherheit der in der Region lebenden Serben. Diesbezüglich äußerte sich die russische Botschaft in London gegenüber Journalisten.

    Den russischen Diplomaten zufolge widerspricht die in Pristina getroffene Entscheidung, die Kosovo-Sicherheitskräfte in „Streitkräfte“ umzuwandeln, auch der „Verfassung“ des Kosovo.

    Zudem kommentierte die Botschaft die Erklärung der britischen UN-Vertreterin Karen Pierces, wonach die kosovarischen Behörden das Recht hätten, eine eigene Armee aufzustellen, und dass die Region sich „nicht mehr im Konfliktzustand“ befinde. Nach Einschätzung der russischen Diplomaten ist dies eine Anspielung darauf, dass die Lage dort nicht im UN-Sicherheitsrat thematisiert werden sollte. 

    „Wir waren über diese Erklärungen aufrichtig erstaunt. Wir möchten erneut daran erinnern, dass die Aussicht auf die Schaffung einer sogenannten Kosovo-Armee eine direkte Bedrohung für die im Norden der Region lebenden Serben darstellt und somit das Potenzial für die Entstehung eines neuen Spannungsherds auf dem Balkan stark erhöht“, so der Sprecher der Botschaft.

    Es sei verwunderlich, dass die westlichen Vertreter diese offensichtliche Tatsache, die im letzten Halbjahresbericht des Leiters der OSZE-Mission in Pristina festgestellt worden sei, stets ignorieren, sagte der Sprecher weiter.

    Die geplante Stationierung der Streitkräfte des Kosovo im Camp Bondsteel, das gemäß der UN-Sicherheitsratsresolution Nr. 1244 für die Bedürfnisse der Friedenstiftung errichtet wurde, sowie die Bereitschaft der USA, den Kosovaren „tödliche Waffen“ zu liefern, zeuge vom Scheitern der Vermittlungsbemühungen der EU, die bei den Verstößen gegen das Völkerrecht wegschaue, statt die freiwillig eingegangenen Verpflichtungen zur Normalisierung der Situation zu erfüllen.

    „Wir betonen die Notwendigkeit, dass die Interimsverwaltungsmission der Vereinten Nationen im Kosovo (UNMIK) und die internationale Kosovo-Truppe ihre Mandate umfassend erfüllen, einschließlich der Gewährleistung der Sicherheit in der Provinz sowie der Entwaffnung und Auflösung jeglicher kosovo-albanischer Militärstrukturen. Wir fordern Großbritannien und andere westliche Sponsoren von Pristina auf, ihre Schützlinge zu beeinflussen, damit diese ihre provokativen Entscheidungen zurücknehmen“, so der Sprecher der russischen Botschaft.

    >> Weitere Sputnik-Artikel: Camp Bondsteel: Abgeschottete US-Militärbasis im Kosovo

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Armee, UN, Kosovo, Großbritannien, Russland