08:37 20 April 2019
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    Russlands Raketenkomplex S-300

    National Interest sieht in russischer Raketenabwehr in Syrien „Gefahr für Israel“

    © Sputnik / Kirill Kallinikow
    Politik
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    Russische Raketenabwehrkomplexe S-300, die nun den Luftraum in Syrien überwachen, stellen wahrscheinlich eine ernsthafte Bedrohung für die israelischen Luftstreitkräfte dar. Laut dem US-Magazin „The National Interest“ kann der Einsatz des neuen Systems während der Verhandlungen zur syrischen Regelung als Druck auf Israel benutzt werden.

    Die von dem israelischen Satelliten „Eros-B“ gemachten Fotos würden darauf hindeuten, dass die S-300-Raketenabwehrsysteme in Syrien kürzlich in Dienst gestellt wurden, so die Zeitschrift. Gleichzeitig werde in der Bildunterschrift darauf hingewiesen, dass die Startanlagen in entfalteter Form zum ersten Mal seit dem Eintreffen des Komplexes in Syrien beobachtet worden seien.

    Der Autor des Artikels geht davon aus, dass die S-300 erst vor kurzem in das diensthabende System aufgenommen wurden, weil das syrische Militär im Umgang mit diesen Raketen geschult werden musste. Darüber hinaus könnte Moskau strategische Vorsicht geübt haben, da die Lieferung von S-300-Komplexen nach Syrien vor allem eine auf die Konfliktregelung gerichtete Maßnahme war. Russland solle versucht haben, Israel davon abzuhalten, Luftangriffe gegen Syrien zu fliegen, wollte seine Raketensysteme aber nicht gleich einsetzen, um eine Eskalation der Situation zu vermeiden.

    Diese Hoffnungen wurden nach der jüngsten Welle der israelischen Bombardierung Syriens „gebrochen“, schreibt „The National Interest“ weiter.  Dies könnte Moskau endlich dazu gedrängt haben, die S-300 einzusetzen. Ein weiterer Grund könnte die Ineffizienz des Luftverteidigungssystems der syrischen Armee sein.

    Bemerkenswert sei die Tatsache, dass die sowjetischen S-200-Komplexe der israelischen Luftwaffe viele Probleme  bereitet hätten, die S-300 könnten ihrerseits auch eine ernste Bedrohung für israelische Flugzeuge darstellen, die im Westen Syriens agieren, wo die Regierungstruppen konzentriert seien.

    Der Einsatz von S-300-Systemen in Syrien könnte zudem ein Mittel des russischen Drucks auf Israel im Verhandlungsprozess zur Konfliktregelung in Syrien sein, so das Magazin.  Die Verhandlungen sollen Ende Februar in Moskau stattfinden.

    Am 24. September hatte Verteidigungsminister Sergej Schoigu erhöhte Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der russischen Soldaten in Syrien angekündigt. Darunter sei auch die Übergabe eines Flugabwehrraketensystems vom Typ S-300 an Syrien, die innerhalb von zwei Wochen erfolgen sollte. 2013 habe Russland die S-300-Lieferungen nach Syrien auf Bitte Israels eingestellt, sagte Schoigu. Nun habe sich die Lage geändert, und die Verantwortung dafür liege nicht bei Russland.

    Die Ankündigung folgte nach dem Abschuss eines russischen Flugzeugs vom Typ Il-20, für den Russland Israel verantwortlich machte.

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    Tags:
    Gefahr, Luftangriffe, Bedrohung, S-300-System, Israel, Syrien, Russland