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21:11 18 Oktober 2019
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    Gavin Williamson (rechts) vor dem Verteidigungsministerium in London

    Britischer Verteidigungsminister warnt Russland vor „hohem Preis für Provokationen“

    © AP Photo / David Mirzoeff
    Politik
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    Russland muss für seine Provokationen einen Preis bezahlen, will der britische Verteidigungsminister Gavin Williamson laut Reuters am Montag in einer Rede erklären. Daher muss Großbritannien laut Williamson seine globale Präsenz stärken und „die Tödlichkeit der Waffen“ erhöhen.

    Reuters verfügt über die Auszüge aus der Rede des Verteidigungsministers, die er am Montag in London lesen soll. „Der Brexit hat uns zu einem großen Moment in unserer Geschichte gebracht. Zu dem Moment, in dem wir unsere globale Präsenz stärken, die Tödlichkeit unserer Waffen erhöhen und unser Gewicht zunehmen lassen müssen“, heißt es in dem Text. 

    Die Grenzen zwischen Frieden und Krieg seien verschwommen, und Großbritannien und seine Verbündeten müssten bereit sein, „harte Macht für die Bewahrung ihrer Interessen einzusetzen“, will Williamson zudem sagen.

    Der Minister wird die engen militärischen Beziehungen Großbritanniens zu den USA betonen und die Forderung von US-Präsident Donald Trump an die Nato-Länder unterstützen, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen, um die „russische Provokation“ besser bewältigen zu können. Als diese versteht er die „Annexion der Krim“, die angebliche Einmischung in die letzten US-Präsidentschaftswahlen und den vermeintlich von Russland begangenen Giftanschlag auf Sergej Skripal in Großbritannien. „Ähnliche Aktionen sollten einen hohen Preis für Russland haben“, will Williamson sagen.

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    Russland als Blitzableiter

    Tatsächlich stehe Großbritannien heutzutage an vorderster Front im Informationskrieg gegen Russland, kommentierte der Politologe Wladimir Schapowalow gegenüber Sputnik. Seiner Meinung nach ist die eher erfolglose Brexit-Entwicklung einer der Hauptgründe für solche „Kampfansagen“.

    „Jedes Mal, wenn die Brexit-Situation sich verschärft, werden im Informationsraum sofort neue Erklärungen an Russland abgegeben“, sagte Schapowalow. „In der Tat wird die antirussische Stimmung als eine Art Blitzableiter verwendet, der die öffentliche Meinung von den Misserfolgen der britischen Regierung in Bezug auf den Brexit in eine völlig andere Richtung lenken soll“, fügte der Experte hinzu.

    Die britische Premierministerin Theresa May will im Parlament spätestens am Mittwoch eine Erklärung über den Stand ihrer Verhandlungen mit der EU abgeben. Am Donnerstag soll über das weitere Vorgehen abgestimmt werden. Die Opposition wirft May zugleich vor, zynisch Zeit zu schinden.

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    Zuvor hatte der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, die Verteidigungsausgaben Deutschlands in Höhe von 1,5 Prozent des BIP als ungenügend kritisiert. „Russland steht vor der Haustür“, sagte er gegenüber „Welt am Sonntag“. Man müsse die Allianz daher weiter stärken.

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    Tags:
    Verteidigungsministerium, Annexion, Giftanschlag, US-Botschafter, Militär, Opposition, Informationskrieg, britische Regierung, Brexit, NATO, Sergej Skripal, Gavin Williamson, Richard Grenell, Theresa May, Großbritannien, Krim, USA, Russland