22:13 21 April 2019
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    Außenministerium Russlands (Archiv)

    „Unerhörte Einmischung“: Moskau zu US-Kontakt mit venezolanischen Militärs

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    Politik
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    Der Chef der Lateinamerika-Abteilung beim Außenministerium Russlands, Alexander Schtschetinin, hat am Montag zu der Mitteilung der Agentur Reuters Stellung genommen, wonach die USA Kontakte mit dem venezolanischen Militär zwecks Änderung seiner Position in Bezug auf den jetzigen Präsidenten Nicolás Maduro unterhalten.

    „Der direkte Appell eines fremden Staates an die Streitkräften eines anderen Landes, egal wie dem auch sei, mit dem Ziel, deren Position und an und für sich auch deren Eid zu verändern, ist eine absolut beispiellose Einmischung in innere Angelegenheiten eines souveränen Staates“, sagte Schtschetinin gegenüber Journalisten. 

    „Wir können nur annehmen, in welchen Kategorien unsere US-amerikanischen Partner zurzeit denken. Sie denken, dies gelte nur für sie selbst“, so der  Diplomat.

    Zuvor hatte die Agentur Reuters mitgeteilt, dass die USA in Kontakt mit den venezolanischen Streitkräften stünden und diese aufriefen, auf die Unterstützung des jetzigen Staatschefs Nicolás Maduro zu verzichten.    

    Die venezolanische Armee steht bislang fest hinter dem Präsidenten Maduro. Das Verteidigungsministerium Venezuelas hatte seine Unterstützung offiziell bestätigt, nachdem die USA und eine Reihe anderer Länder Guaidó als Interimsstaatschef anerkannt hatten. Die Aktivitäten der Opposition seien verbrecherisch und würden die Freiheit und Souveränität des Landes bedrohen, hieß es.

    Zuvor hatte der Militärattaché an der venezolanischen Botschaft in Washington, Oberst José Luis Silva, sich von Maduro losgesagt und in den Dienst des selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó gestellt. Silva forderte seine Kollegen auf, seinem Beispiel zu folgen. Das venezolanische Verteidigungsministerium verurteilte diese Handlung und bezeichnete Silva als Verräter.

    Am 23. Januar hatte sich der Präsident der Nationalversammlung von Venezuela, Juan Guaidó, im Zuge der Massenproteste gegen den Staatschef Venezuelas, Nicolás Maduro, selbst zum Übergangspräsidenten des Landes erklärt.

    Die USA und einige andere Staaten haben Guaidó als Interimsstaatschef anerkannt und von Präsident Maduro gefordert, keine Gewalt gegen die Opposition zuzulassen.

    Russland, China, die Türkei und einige weitere Staaten bekundeten dagegen Solidarität mit Maduro, der seinen Rücktritt ablehnte und von einem von den USA inszenierten Putsch-Versuch sprach.

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    Tags:
    Einmischung, Kontakte, Militärs, Außenministerium, José Luis Silva, Juan Guaido, Nicolás Maduro, Alexander Schtschetinin, Russland, USA, Venezuela