08:43 26 April 2019
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    Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro bei Pressekonferenz in Caracas

    Maduro wirft USA Verseuchung von Hilfsgütern vor

    © REUTERS / Manaure Quintero
    Politik
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    Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro hat in einem Interview mit dem TV-Sender Euronews die von den USA gelieferten Hilfsgüter als verseucht und untauglich eingestuft.

    Er verfüge über Informationen aus Kolumbien, denen zufolge die als humanitäre Hilfe von den USA gelieferten Lebensmittel mit krebserregenden chemischen Elementen verseucht sind, sagte der venezolanische Staatschef. Die Lebensmittel seien nicht getestet worden und hätten bereits mehrere Menschen in Kolumbien selbst vergiftet.

    Darüber hinaus sei es verkehrt, humanitäre Hilfe ideologisch und politisch aufzuladen, um ein Land zu demütigen, so Maduro. Die venezolanische Opposition und die Administration Trump wollten Venezuela demütigen, und dies sei ein Fehler, betonte er.

    Venezuela sei im Stande, sich selbst zu betreuen, ist Maduro überzeugt. Allerdings werde das Land von den Vereinigten Staaten gehindert, die 10 Milliarden US-Dollar auf dessen Konten eingefroren hätten: „Wenn Sie Venezuela helfen wollen, sage ich zu Donald Trump, sage ich zu Mike Pompeo, sage ich zu den Regierungen, die hinter dieser Show stehen: Entsperren Sie die Konten, die sie uns gesperrt haben, geben Sie das Gold frei, das sie uns gestohlen haben, und Venezuela hat genügend Ressourcen und noch mehr, um alles zu importieren, was wir brauchen”.

    Vor dem  Hintergrund der gesperrten  Bankkonten  Venezuelas erscheine  dieses Angebot der humanitären Hilfe  „schmutzig", so Maduro:

    „Nachdem sie mehr als 10 Milliarden Dollar eingefroren haben, kommen sie zu uns und sagen, dass sie uns 20 Millionen Dollar für anrüchige Lebensmittel geben, ich nenne das vergammeltes Essen. Ein schmutziges Angebot ist das”.

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    Die USA hatten auf Bitte des selbsterklärten Interimspräsidenten von Venezuela, Juan Guaidó, Lebensmittel und Medikamente nach Venezuela geschickt. Vergangenen Sonntag war die erste Hilfslieferung in die kolumbianische Stadt Cúcuta gebracht worden. Maduro ordnete das Militär an, die Grenze zu Kolumbien zu blockieren, damit die Lkws mit Hilfsgütern sie nicht überqueren können.

    Venezuela ist seit Monaten mit einer Hyperinflation und Versorgungskrise konfrontiert. Der Bevölkerung des ölreichsten Landes der Welt mangelt es an Lebensmitteln und Medikamenten. Vor diesem Hintergrund kam es zu Protesten gegen Staatschef Maduro, der im Mai 2018 für eine zweite Amtszeit gewählt und am 10. Januar vereidigt wurde.

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    Ende Januar eskalierten die Proteste. Berichten zufolge wurden bei den Auseinandersetzungen mindestens 16 Menschen getötet. Am 23. Januar erklärte der Oppositionschef Juan Guaidó Präsident Maduro für abgesetzt und sich selbst zum Übergangs-Staatschef. In den Folgewochen kam es zu Massendemos zur Unterstützung des gewählten Präsidenten Maduro. Russland, China und eine Reihe anderer Länder bekundeten Maduro ihre Unterstützung.

     

     

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    Vorwürfe, Verseuchung, Humanitäre Hilfsgüter, humanitäre Hilfe, Hilfe, Nicolas Maduro, Nicolás Maduro, Kolumbien, USA, Venezuela