Widgets Magazine
22:12 15 Juli 2019
SNA Radio
    EU-Parlament (Archiv)

    EU-Parlament rät Künstler von Teilnahme an Veranstaltungen in Tschetschenien ab

    © AP Photo / Jean-Francois Badias
    Politik
    Zum Kurzlink
    15362

    Das Europäische Parlament hat am Donnerstag eine Resolution verabschiedet, in der ausländische Künstler und Sportler zum Verzicht auf die Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen in der russischen Teilrepublik Tschetschenien aufgerufen werden.

    Auf die Agenda der heutigen Plenarsitzung haben die EU-Abgeordneten das Thema Menschenrechtslage in Tschetschenien gesetzt. Während der Beratungen haben sie „sofortige Freilassung“ des Leiters der tschetschenischen Vertretung  des Menschenrechtszentrums Memorial, Ojub Titijew, gefordert.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Russland verbietet „feindlich gesinnten“ Politikern aus EU die Einreise<<<

    In dem Dokument wird die Hoffnung geäußert, dass die Europäische Kommission den Gerichtsprozess, der für Mitte Februar anberaumt ist, unter die Lupe nehmen wird.

    „In der Resolution werden internationale Sportler und Künstler dazu aufgerufen, an öffentlichen Veranstaltungen in Tschetschenien sowie an Veranstaltungen, die von dessen Führung gesponsert werden, nicht teilzunehmen“, hieß es.

    In Tschetschenien ist die EU-Resolution auf scharfe Kritik gestoßen. Laut Alwi Karimow, Sprecher des Tschetschenien-Chefs Ramsan Kadyrow, handelt es sich dabei um einen Versuch, das russische Gericht unter Druck zu setzen.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Ist die Schwäche des EU-Parlaments für den Aufstieg der Rechten verantwortlich?<<<

    „Die westlichen Abgeordneten haben noch einmal faktisch demonstriert, dass sie nur einen Anlass für Selbst-PR brauchen, Titijews Schicksal oder die Menschenrechtslage in Tschetschenien interessiert sie nicht im Geringsten”, kommentierte Karimow.

    Mit der Forderung Titijew freizulassen versuche man, sich in die Tätigkeit der russischen Justiz direkt einzumischen, betonte er.

    Das Verfahren gegen Titijew dauert seit dem 19. Juli 2018 an. Dem Mann wird illegaler Besitz von 180 Gramm Marihuana vorgeworfen. Nun drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft und eine hohe Geldstrafe. Der Leiter der Memorial-Vertretung wies alle Anschuldigungen zurück und reichte bei der Regionalverwaltung des russischen Ermittlungskomitees eine Klage gegen die Polizisten ein, die angeblich ein Päckchen Marihuana in seine Auto unter den Fahrersitz gelegt haben, um ihn danach schuldig dafür zu machen. Das Oberste Gericht von Tschetschenien lehnte die Eröffnung eines Verfahrens gegen die Beamten ab.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Künstler, Veranstaltungen, Teilnahme, Resolution, EU-Parlament, Tschetschenien, Russland