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01:26 19 Juli 2019
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    Bundeswehr Soldaten und Sergeant der US-Armee während einer Übung in Grafenwöhr (Archivbild)

    Für Bündnisfall: USA fordern Verbesserung von Deutschlands Militär-Infrastruktur

    © Foto: U.S. Army Europe / Spc. Mary Hogle
    Politik
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    Die Vereinigten Staaten setzen sich laut dem US-Generalkonsul in Hamburg für eine Verbesserung der militärischen Infrastruktur Deutschlands ein. Denn Abschreckung muss laut dem Diplomaten glaubwürdig sein.

    Vor dem Hintergrund der aktuellen sicherheitspolitischen Debatte in Europa setzen die USA auf mehr Engagement Deutschlands beim Ausbau der militärfähigen Infrastruktur, sagte US-Generalkonsul Richard Yoneoka gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

    „Deutschland braucht konkrete Ziele und Zeitrahmen für den Ausbau der militärischen Mobilität — auf Bundes-, Länder- und Kommunalebene. Das gilt auch für Brücken, Straßen und Häfen, die man militärisch nutzen kann“, so Yoneoka.

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    Abschreckung sei die beste Verteidigung, doch sie müsse glaubwürdig sein.  Dabei spiele die Logistik eine Schlüsselrolle: Im Bündnisfall müssen Truppen und Material laut dem US-Generalskonsul „zügig nach und innerhalb Europas bewegt werden können“. Deswegen setzte sich Washington dafür ein, „eine Strategie für die militärische und andere relevante Infrastruktur zu entwickeln“.

    Er bekräftigte zudem die Forderung des US-Präsidenten Donald Trump nach mehr Beitragszahlungen der Nato-Mitglieder: „Die USA stehen fest an der Seite Europas und garantieren zusammen mit der Nato Europas Sicherheit. Wir wünschen uns aber, dass Deutschland und die anderen Nato-Mitglieder ihrem Versprechen nachkommen, bis 2024 zwei Prozent des Bruttoinlandprodukts in die Verteidigung zu investieren.“

    Kritiker bemängeln, dass die europäische Infrastruktur in weiten Teilen militärischen Ansprüchen nicht genüge. Die EU-Kommission kündigte im vergangenen Jahr an, innerhalb eines Jahrzehnts bis zu 6,5 Milliarden Euro für den Ausbau und die Renovierung von Straßen und Brücken auszugeben.

    Zuvor hatten Medien von einem Bericht der US-Militärakademie in West Point berichtet, in dem beklagt wird, dass die Eisenbahnverbindung in Lettland, Litauen und Estland für eine schnelle Verlegung des Nato-Kriegsgeräts im Fall eines militärischen Konflikts mit Russland ungeeignet sei. Dies verschaffe Moskau wiederum einen Vorteil.

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    Konkret ging es in dem Bericht darum, dass die Eisenbahnverbindung in den baltischen Ländern seit den Sowjet-Zeiten nicht modernisiert worden sei. Das sei ein großes Problem: Um die Kriegstechnik mit Zügen von großen Nato-Stützpunkten in Deutschland oder Polen an einen anderen Ort zu bringen, werde man sie irgendwann einmal auf andere Waggons, die mit der russischen Spurweite kompatibel seien, verladen müssen. Das sei sehr zeitaufwendig.

    Die Zeitung „The Washington Post“ hatte zudem berichtet, die vom US-Militärkommando durchgeführten Militärübungen in Europa hätten gezeigt, dass die schlechten Straßen im Fall eines Kriegsbeginns die USA daran hindern würden, russische Truppen rechtzeitig in den Baltikum-Ländern und in Polen aufzuhalten.

    Dem Kommandeur einer der US-Armeeeinheiten, Adam Lackey, zufolge entstehen Probleme heute bereits, wenn die Truppen sich einfach zu den nächsten Militärübungen bewegen. So habe man beispielsweise ganze vier Monate benötigt, um Militärtechnik aus Georgien nach Deutschland zu verbringen.

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    Tags:
    Bündnisfall, Abschreckung, Militär, Infrastruktur, NATO, Baltikum, Polen, Deutschland, USA, Russland