00:12 23 April 2019
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    Pentagon, das Hauptquartier des US-Verteidigungsministeriums bei Washington

    Waffenkontrolle-Dialog: USA werfen China und Russland mangelnden Enthusiasmus vor

    © AFP 2019 / Staff
    Politik
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    Die US-Regierung wird Gespräche über Rüstungskontrolle aufnehmen, bezweifelt aber das Engagement von Russland und China. Dies legte der stellvertretende Verteidigungsminister der USA für Nuklear-, Chemie- und biologische Verteidigung Guy Roberts am Donnerstag offen.

    Nach Ansicht von Roberts soll Washington auf jeden Fall freiwillig in einen Rüstungskontrolldialog mit Russland einsteigen. Es wäre demnach noch besser und nützlicher, multilaterale Verhandlungen zu führen.

    „Diese Regierung ist sicherlich an einem Rüstungskontrolldialog interessiert, da besteht kein Zweifel<…> Was Russland angeht, sehen wir nicht viel Begeisterung für diese Art von Dialog. Was China betrifft, finde ich auch keine große Begeisterung auf ihrer Seite“, erklärte der Minister beim Nuclear Deterrence Summit.

    Die US-Regierung sei allerdings willens und in der Lage, einen Dialog aufzunehmen und nach Wegen zu einer Reduktion der Waffenanzahl zu suchen, beteuerte Roberts.

    Im Laufe des Streits über die Einhaltung des INF-Vertrages hat Russland mehrmals seine Dialogbereitschaft zum Ausdruck gebracht. Dafür sprachen sich unter anderem Außenminister Sergej Lawrow, das Verteidigungsministerium des Landes und Russlands Botschafter aus.

    Washington hatte am 2. Februar in einer Note die Aussetzung des INF-Vertrages verkündet, sich jedoch das Recht vorbehalten, innerhalb eines halben Jahres zu den Bestimmungen des Vertrages zurückzukehren.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Lawrow kontert US-Vorschlag zur INF-Alternative<<<

    Russlands Präsident, Wladimir Putin, kündigte eine spiegelgleiche Reaktion Moskaus auf den Austritt der Vereinigten Staaten aus dem INF-Vertrag an. Der Kreml habe nicht vor, sich an einem aufwendigen Wettrüsten zu beteiligen. Alle Vorschläge zur Abrüstung seien aber auf dem Tisch, „die Türen sind offen“, so Putin.

    Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu stellte am 14. Februar fest, dass Russland alles Mögliche zur Rettung des INF-Vertrages getan habe.

    Der Vorwand für den Ausstieg der USA war die russische Rakete 9M729, die angeblich wegen ihrer Reichweite gegen den Vertrag verstoßen habe.

    Das russische Verteidigungsministerium hatte ausländischen Militärattachés indes eine Rakete dieses Typs präsentiert und erläutert, dass deren Reichweite bei Tests höchstens 476 Kilometer betragen habe, während der Vertrag einen Grenzwert von 500 Kilometern vorsehe.

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    Tags:
    Rüstungskontrolle, Dialog, INF-Vertrag, Guy Roberts, USA, China, Russland