16:08 21 April 2019
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    Duma am 14. April 2018,  Syrien

    Russlands UN-Botschafter und Verteidigungsamt kommentieren Worte von BBC-Mitarbeiter

    © AP Photo / SANA
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    Die jüngsten Aussagen eines BBC-Mitarbeiters über die Inszenierung einer chemischen Attacke in einem Krankhaus in der syrischen Stadt Duma werden laut dem russischen Uno-Botschafter, Wassili Nebensja, die Positionen der westlichen Länder gegenüber Syrien nicht ändern. Auch Russlands Verteidigungsministerium nahm dazu Stellung.

    Zuvor hatte Riam Dalati auf Twitter mitgeteilt, dass er „ohne Zweifel beweisen“ könne: Die Szene im Hospital von Duma sei inszeniert worden. Im Krankenhaus habe es keine Todesfälle gegeben.

    Syrische Stadt Duma in Ost-Ghuta (Archiv)
    © AP Photo / Syrian Civil Defense White Helmets
    Die Attacke sei „tatsächlich erfolgt“. Nun soll die Untersuchung der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) noch belegen, ob Chlorgas oder etwas anderes eingesetzt wurde. „Alles andere rund um den Angriff wurde jedoch konstruiert, um eine maximale Wirkung zu erreichen“, schrieb Dalati.

    Später schränkte der BBC-Produzent den Zugriff zu den Tweets und seinem vollständigen Twitter-Profil ein. Der TV-Sender BBC distanzierte sich von den Aussagen seines eigenen Produzenten.

    Kommentar von russischem Uno-Botschafter

    „Ich denke, dass unsere westlichen Partner das überhören und ignorieren werden“.

    Ihm zufolge sind die westlichen Länder „mit einem Anti-Syrien-, also Anti-Damaskus-Herangehen geladen“. „Alles, was in dieses Schema, dieses Paradigma nicht hineinpasst, existiert für sie einfach nicht.“ Dem fügte er hinzu: „Dieser Teil ihres Bewusstseins ist für die Wahrnehmung der Information blockiert.“

    Nebensja verwies unter anderem darauf, dass es bereits mehrmals zu einer solchen Situation gekommen sei. „Erinnern Sie sich an die,Weißhelmeʻ: Wir hatten ein Syrien-Treffen, das sich in eine Besprechung der,Weißhelmeʻ verwandelt hat, also wer sie in Wirklichkeit sind. Man versuchte, uns zu überzeugen, dass sie humanitäre Helden sind, die die Uno in Syrien ersetzen, wo das syrische Regime der Uno keinen Zugang gewährt.“ 

    „Ich habe kaum Hoffnung, dass die Erklärung des BBC-Mitarbeiters ihre Herangehensweise ändern wird“, sagte er.

    Russlands Verteidigungsministerium nimmt Stellung

    Russlands Verteidigungsministerium wunderte sich laut seinem Sprecher Igor Konaschenkow nicht über das Erscheinen der für den Westen entmutigten Ergebnisse des BBC-Produzenten.

    „Viele aktuelle hochrangige Politiker in den USA und der EU, die sich damals für den ,Schutz der syrischen Zivilisten vor schrecklichen C-Waffen-Attacken des Regimesʻ die Kehle heiser geschrien und die Verübung der Raketen- und Luftangriffe auf Syrien genehmigt haben, werden versuchen, das Thema zu ,vergessenʻ, um einer moralischen, politischen und strafrechtlichen Verantwortung zu entgehen.“

    Die inszenierten Aufnahmen der Folgen einer Chemie-Attacke in der syrischen Stadt Duma führten ihm zufolge dazu, dass die Organisation für das Verbot chemischer Waffen staatsanwaltschaftliche Funktionen erhalten hat, die den Westen Raketenangriffe gegen jeglichen Staat verüben lassen.

    Ferner sagte Konaschenkow, dass man vor dem Hintergrund des Ausmaßes der Folgen und der Zahl der verwickelten westlichen Politiker und Geheimdienste Dalati nur wünschen könne, Verfolgung und Provokationen seitens jener zu vermeiden, deren Interessen er nun gegenübersteht. 

    Der Teilnehmer der Videoaufnahme im Krankenhaus in Duma, der syrische Junge Hassan Diab, und sein Vater, hatten zuvor gegenüber russischen Journalisten über die Einzelheiten der Dreharbeiten im Frühling 2018 erzählt. Laut ihren Aussagen bekamen die Kinder Gebäck für ihre Teilnahme an der Inszenierung. Die befragten Einwohner von Duma konnten nicht bestätigen, ob es tatsächlich zu einer chemischen Attacke gekommen war.

    Westliche Länder hatten Damaskus vorgeworfen, im April 2018 in der syrischen Stadt Duma Chemiewaffen eingesetzt zu haben, und mit Militärschlägen gedroht. Die Organisation „Weißhelme“ legte Videos vor. Darauf ist zu sehen, wie Ärzte die mutmaßlich vergifteten Einwohner von Duma, unter anderem auch Kinder, retten.

    Das russische Außenministerium ließ verkünden, dass diese Falschmeldungen über den angeblichen Chemiewaffeneinsatz durch die Regierungsarmee in Duma darauf abzielen würden, Terroristen rein zu waschen und mögliche Militäraktionen von außen rechtzufertigen.

    Der Generalstab der russischen Armee hatte bereits am 13. März 2018 vor einer Provokation mit einem inszenierten Chemiewaffeneinsatz in Ost-Ghuta gewarnt.

    Die „Weißhelme“ präsentieren sich als Beschützer der Zivilbevölkerung in Syrien ohne politische Agenda. Der Organisation wird jedoch vorgeworfen, inszenierte Videos aus Syrien zu verbreiten: So haben syrische Journalisten mehrere Aufnahmen gezeigt, auf denen die „Rettungskräfte“ mit Waffen und in Militäruniform zu sehen sind. Das russische Außenministerium bezeichnete die Tätigkeit der „Weißhelme“ als Teil der Verleumdungskampagne gegen die syrische Regierung.

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    Tags:
    C-Waffen-Angriff, Weißhelme, BBC, Igor Konaschenkow, Wassili Nebensja, Duma, Westen, Syrien