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08:18 19 August 2019
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    Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan

    Erdogan: Das hält Türkei von Kauf der Patriot-Systeme ab

    © Sputnik / Maxim Blinow
    Politik
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    Der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdogan, hat erklärt, was den Erwerb der US-Flugabwehrraketensysteme vom Typ Patriot durch die Türkei verhindert, und Voraussetzungen genannt, die die USA abschlagen. Dies berichtete die Zeitung „Hürriyet“.

    „Gemeinsame Produktion, Darlehen und vorzeitige Lieferung — das sind die Kriterien, denen wir große Bedeutung beimessen", sagte er vor türkischen Journalisten an Bord des Flugzeuges, mit dem er nach dem trilateralen russisch-türkisch-iranischen Gipfeltreffen in Sotschi heimkehrte. Zwar würden die Vereinigten Staaten vorzeitige Lieferungen positiv sehen, jedoch könnten sie keine Bereitstellung von Darlehen und gemeinsame Produktion garantieren.

    Außerdem bestätigte Erdogan nochmals die Absicht der Türkei, die russischen Flugabwehrsysteme trotz US-Widerstandes zu erwerben: „Wir haben einen S-400-Deal mit Russland abgeschlossen. Deshalb kann von Zurückweichen keine Rede sein. Die Sache ist gegessen. Wir arbeiten daran, dass die S-400 im Juli fertiggestellt werden, wie es auch versprochen worden war", fügte er hinzu.

    Der Sprecher des türkischen Staatschefs, Ibrahim Kalin, hatte bekannt gegeben, die Türkei würde nicht auf den Kauf der russischen Flugabwehrsysteme S-400 verzichten, selbst wenn sie US-Raketenabwehrsysteme Patriot erwerben würde. Die beiden Themen stünden nicht mit einander in Zusammenhang, hieß es.

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    Zuvor hatte die Agentur für Zusammenarbeit im Bereich Verteidigung und Sicherheit des Pentagons (DSCA) und des US-Verteidigungsministeriums bekanntgegeben, das US-Außenministerium habe den möglichen Deal mit der Türkei zum Verkauf von Raketenabwehrsystemen Patriot im Gesamtwert von 3,5 Milliarden US-Dollar genehmigt.

    Die Türkei hatte den Kauf von vier Patriot-Systemen, darunter 20 Startanlagen und 80 Abfangraketen, beantragt.

    Die Zeitung Yeni Safak hatte unter Verweis auf eigene Quellen berichtet, die Türkei habe den Vorschlag der USA abgelehnt, dem zufolge sie auf den Kauf von S-400-Systemen verzichten und dafür US-Systeme des Typs Patriot bekommen sollte. Die Ablehnung sei darauf zurückzuführen, dass das Angebot weder einen Rabatt noch die Technologienübergabe vorgesehen habe.

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    Im Dezember 2017 hatten die Türkei und Russland einen Vertrag für die Lieferung der S-400 unterzeichnet. Ankara soll demnach zwei Batterien des Systems erhalten, die dann vom türkischen Personal bedient werden dürfen. Laut dem türkischen Verteidigungsministerium soll die Einstellung der Anlagen im Oktober 2019 beginnen. Vertreter der USA sowie der Nato kritisieren Ankara für diesen Deal.

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    Tags:
    Voraussetzung, Ablehnung, Kauf, US-Flugabwehrraketen Patriot, Flugabwehrraketensystem Patriot, Patriot, Raketenabwehrsystem S-400, S-400, Recep Tayyip Erdogan, Russland, USA, Türkei