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    Der russische Außenminister Sergej Lawrow am 16. Februar in München

    „Westen wusste von Anfang an Bescheid“ – Lawrow über Enthüllungen zu Duma-Fakes

    © Sputnik / Witalij Beloussow
    Politik
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    Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat die jüngsten Aussagen eines Mitarbeiters des britischen TV-Senders BBC über die Inszenierung der Videoaufnahmen kommentiert, die die Behandlung von „Opfern“ der angeblichen chemischen Attacke in einem Krankenhaus der syrischen Stadt Duma zeigen.

    „Ich denke, dass der Westen darüber von Anfang an sicher Bescheid gewusst hat. Denn bestimmte westliche Länder haben diese Provokationen organisiert, unter anderem durch die berüchtigten ‚Weißhelme‘ – eine humanitäre Organisation, die von einem ehemaligen MI-6 Mitarbeiter geleitet wird“, sagte der Minister vor der Presse in München, wo er an der Sicherheitskonferenz teilnahm.

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    Andere westliche Länder, die sich an den Provokationen in Syrien nicht beteiligt hätten, haben aus Lawrows Sicht den absurden Charakter der gegen die syrische Regierung ausgesprochenen Beschuldigungen einer Chemieattacke verstanden.

    „Es tröstet allerdings, dass es auf der Erde noch ehrliche Journalisten gibt“.

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    Zuvor hatte Riam Dalati, BBC-Produzent für Syrien, auf Twitter mitgeteilt, dass er „ohne Zweifel beweisen“ könne: Die Szene im Hospital von Duma sei inszeniert worden. Im Krankenhaus habe es keine Todesfälle gegeben.

    Die Attacke sei „tatsächlich erfolgt“. Nun soll die Untersuchung der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) noch belegen, ob Chlorgas oder etwas anderes eingesetzt wurde. „Alles andere rund um den Angriff wurde jedoch konstruiert, um eine maximale Wirkung zu erreichen“, schrieb Dalati.

    Riam Dalatis Tweet
    Screenshot
    Riam Dalatis Tweet

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    Später schränkte der BBC-Produzent den Zugriff zu den Tweets und seinem vollständigen Twitter-Profil ein. Der TV-Sender BBC distanzierte sich von den Aussagen seines eigenen Produzenten.

    Beschuldigungen eines Chemieangriffs in Duma

    Westliche Länder hatten Damaskus vorgeworfen, im April 2018 in der syrischen Stadt Duma Chemiewaffen eingesetzt zu haben, und mit Militärschlägen gedroht. Die Organisation „Weißhelme“ legte Videos vor. Darauf ist zu sehen, wie Ärzte die mutmaßlich vergifteten Einwohner von Duma, unter anderem auch Kinder, angeblich retten.

    Das russische Außenministerium ließ verkünden, dass diese Falschmeldungen über den angeblichen Chemiewaffeneinsatz durch die Regierungsarmee in Duma darauf abzielen würden, Terroristen rein zu waschen und mögliche Militäraktionen von außen zu rechtfertigen.

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    Der Generalstab der russischen Armee hatte bereits am 13. März 2018 vor einer Provokation mit einem inszenierten Chemiewaffeneinsatz in Ost-Ghuta gewarnt.

    Die „Weißhelme“ präsentieren sich als Beschützer der Zivilbevölkerung in Syrien ohne politische Agenda. Der Organisation wird jedoch vorgeworfen, inszenierte Videos aus Syrien zu verbreiten: So haben syrische Journalisten mehrere Aufnahmen gezeigt, auf denen die „Rettungskräfte“ mit Waffen und in Militäruniform zu sehen sind. Das russische Außenministerium bezeichnete die Tätigkeit der „Weißhelme“ als Teil der Verleumdungskampagne gegen die syrische Regierung.

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