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18:06 23 September 2019
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    11 Jahre Unabhängigkeitserklärung von Kosovo (Archiv)

    11 Jahre Unabhängigkeitserklärung: Hat das Kosovo etwas zu feiern?

    © AFP 2019 / Armend NIMANI
    Politik
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    Am 17. Februar hat das Kosovo den 11. Jahrestag der Erklärung seiner Unabhängigkeit von Serbien gefeiert, die weder von Serbien selbst noch von fast der Hälfte der UN-Mitgliedsstaaten bzw. mehreren EU-Mitgliedsstaaten anerkannt wurde.

    Der serbische Außenminister Ivica Dacic äußerte Zweifel, dass Pristina einen Grund zum Feiern hat, weil die selbstausgerufene Republik Kosovo keine besonderen Erfolge in der internationalen Arena vorlegen kann.

    „Heute, wenn Pristina den 11. Jahrestag der so genannten Unabhängigkeit feiert, möchte ich daran erinnern, dass diese einseitig erklärte Unabhängigkeit aus Lügen und Verbrechen gewoben ist“, sagte Dacic auf einer Protestveranstaltung des Verbandes der Familien der Entführten und Getöteten im Kosovo und Metochien in Belgrad.

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    „Was ist das für ein Land, das elf Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung nicht Mitglied der Uno, der OSZE, des Europa-Rates, der UNESCO und von Interpol ist, das nicht von allen EU-Mitgliedsstaaten anerkannt wird (Spanien, Griechenland, Zypern, Rumänien und die Slowakei erkennen die Unabhängigkeit des Kosovo nicht an – Anm. d. Red.)?“, so der serbische Außenminister.

    Laut Dacic strebt Belgrad nicht die Zuspitzung des Konfliktes an, im Gegenteil. Serbien wolle den Dialog und einen Kompromiss und biete dies gerade an.

    Pristina, Kosovo (Archivbild)
    © Sputnik / Alexej Witwizkij
    „Doch für sie (die kosovarischen Albaner) existiert der Dialog nicht, für sie existiert nur die Behauptung, dass Serbien Kosovo anerkennen muss. Serbien hat nicht die Absicht und nicht den Wunsch, einseitige Akte anzuerkennen, wir werden das nie tun. Wenn es um die Zukunft für die Serben und die Albaner in der Region geht, sollte man sich einigen, und die Lösung des Problems der Entführten und Getöteten im Kosovo und in Metochien muss Teil dieses Vertrags sein“, sagte der serbische Außenamtschef.

    Dacic machte auf die Tatsache aufmerksam, dass von Offiziellen anderer Länder bei den Feierlichkeiten in Pristina nur der albanische Premier Edi Rama anwesend war. In den Vordergrund in den Beziehungen zwischen Serbien und der selbstausgerufenen Republik Kosovo trete heute die Frage nach der Aufhebung der 100-Prozent-Zölle für serbische Waren und nicht die Klärung des Schicksals der Vermissten und die Bestrafung der Verantwortlichen, so Dacic.

    „Thaci und Haradinaj streben genau das an – sie wollen, dass statt der Erörterung wichtiger Fragen sich alles um diese Zölle dreht. An den Verband serbischer Gemeinden (Bereitstellung der erweiterten Autonomierechte an die kosovarischen Munizipalitäten mit überwiegend serbischer Bevölkerung), die Rechte der Serben, das Eigentum der Serbisch-Orthodoxen Kirche und das staatliche Eigentum Serbiens im Kosovo erinnert sich wohl niemand mehr“, so der serbische Chefdiplomat.

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    Auf die Sputnik-Frage zur Rede des serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic auf der Münchner Sicherheitskonferenz, bei der er vermutete, dass Pristina seine Bereitschaft zum Dialog nur vortäusche, und die internationale Gemeinschaft so tut, als ob sie das nicht bemerke, sagte Dacic Folgendes:

    „Besonders wichtig ist, auf ein Detail aufmerksam zu werden – Thaci sagte, dass wir ihren Beitritt zu internationalen Organisationen behindern und im Brüsseler Abkommen angeblich festgeschrieben ist, dass Serbien versprochen hat, dies nicht zu tun. Wir haben uns dennoch nie darauf geeinigt, ich habe dieses Brüsseler Abkommen unterzeichnet. Vucic bat Thaci: ‚Wenn dem so ist, zeigen Sie, wo das im Brüsseler Abkommen geschrieben steht.‘ Natürlich steht es da nicht. Sie werden das Dokument nicht einmal in die Hände nehmen, um nachzusehen. Deswegen denke ich, dass alle zumindest sehen konnten, wie unterschiedlich unsere Positionen sind, wie weit entfernt sie voneinander sind (Vucic sagte, dass Belgrad und Pristina Hunderttausende Meilen von einem Abkommen entfernt sind – Anm. d. Red.)“, so Dacic.

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    Tags:
    Jahrestag, EU, UNESCO, OSZE, Hashim Thaci, Serbien, Kosovo