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    US-Präsident Donald Trump (Archiv)

    Wenn Verschwörungstheorien wahr werden – heute: Putsch gegen Trump

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    Der US-Senat will offiziell Vorwürfe untersuchen, wonach der Vize-Justizminister der USA, Rod Rosenstein, die Absetzung von Präsident Donald Trump betrieben habe. Derartige Vermutungen wurden bereits laut, als der Ex-FBI-Chef James Comey entlassen wurde. Nun bestätigte der ebenfalls entlassene FBI-Vize Andrew McCabe diesen Verdacht in einem Buch.

    Am 21. September 2018 brachte die „New York Times“ einen kurzen Artikel mit einer allerdings für Aufsehen sorgenden Schlagzeile: „Rod Rosenstein schlug geheimes Abhören Trumps vor und diskutierte den 25. Verfassungszusatz.“ In jenem Artikel wird Bezug genommen auf angebliche oder tatsächliche Quellen im Justizministerium und der ihr untergeordneten Bundespolizei Federal Bureau of Investigation (FBI). Demnach habe Rosenstein im Frühjahr 2017 angeregt, Präsident Trump im Weißen Haus abzuhören, um ein angebliches oder tatsächliches Chaos in seiner Amtsführung nachzuweisen. Außerdem habe Rosenstein nach Verbündeten gesucht, um auf der Basis des Zusatzartikels 25 der Verfassung der Vereinigten Staaten Donald Trump des Amtes zu entheben.

    US-Präsident Donald Trump (i.d.Mitte) auf dem Militärfriedhof Arlington
    © REUTERS / Mary F. Calvert
    Die „New York Times“ stellte als besonders bemerkenswertes Detail heraus, dass Rod Rosenstein diese Aktivitäten entwickelte, als er erst zwei Wochen in seinem Amt war. Grund für die Insubordination innerhalb kürzester Frist soll ein Vertrauensbruch des Präsidenten gewesen sein, beruft sich die Zeitung auf ihre Quellen. Demnach habe Donald Trump ein vertrauliches Memo Rosensteins öffentlich gemacht, in dem Rosenstein für die Entlassung von FBI-Chef Comey plädierte, weil sich dieser als zunehmend unfähig bei der Verfolgung Hillary Clintons wegen derer so genannten Email-Affäre erwiesen habe.

    Rosenstein sei entsetzt über Trump gewesen

    Rod Rosenstein sei über das Gebaren des Präsidenten derart entsetzt gewesen, dass er begonnen habe, über Möglichkeiten nachzudenken, wie Donald Trump aus dem Weißen Haus entfernt werden könnte. Unter den damals involvierten Mitarbeitern sei auch FBI-Vize Andrew McCabe gewesen, der damals, nach dem Rauswurf Comeys, das FBI kommissarisch führte, schrieb die „New York Times“. Trump hat genau dies immer wieder öffentlich gemacht, dass er einen Verdacht wegen Verrat und Intrigen in seiner Umgebung habe. Das wurde als Verschwörungstheorie eines notorisch medienfeindlichen Präsidenten abgetan, der überall Feinde wittere.

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    Aktuelles Interview von Ex-FBI-Vize bestätigt: Rosenstein schmiedete Anti-Trump-Pläne

    Ein aktuelles Interview des erwähnten früheren stellvertretenden FBI-Chefs Andrew McCabe gibt der von Donald Trump wiedergegebenen Konstellation und Darstellung nun neue, fundierte Nahrung. In einem Gespräch mit dem Fernsehsender CBS schilderte McCabe jetzt angeblich chaotische Tage im Mai 2017, in denen Rod Rosenstein exakt die Überlegungen angestellt habe, von denen die „New York Times“ im September 2018 berichtete.

    Im Detail erklärte Andrew McCabe gegenüber CBS:

    „Der stellvertretende Justizminister bot sogar an, ein Aufnahmegerät mitzunehmen, um den Präsidenten heimlich mitzuschneiden. Er werde im Weißen Haus nie untersucht und könne dies problemlos tun. Er machte keine Scherze, sondern meinte es ernst und sprach auch bei unserem nächsten Treffen darüber."

    Die Aussage McCabes ist derart gewichtig, dass nunmehr der Senat eine Untersuchung einleiten will. Der Vorsitzende des Justizausschusses im Senat, der Republikaner Lindsey Graham, erklärte, notfalls mit Zwangsvorladungen die Wahrheit an den Tag bringen zu wollen. Präsident Trump twitterte umgehend seine Enttäuschung, aber auch seine Genugtuung in die Welt, mit Andrew McCabe im März 2018 den Richtigen gefeuert zu haben. McCabe war nur wenige Stunden vor seiner Pensionierung entlassen worden und so um beträchtliche Pensionsleistungen gebracht worden. Natürlich hat er das in seinem gerade erst veröffentlichten Buch „The Threat“ als Rache charakterisiert, aber auch erklärt, mehr als der finanzielle Verlust schmerze ihn die Tatsache, dass der Präsident angeblich den Worten seiner Geheimdienste weniger vertraue als Zusicherungen des russischen Präsidenten.

    Es wäre auch zu schön gewesen, wenn wenigstens einmal nicht versucht würde, eigene Fehlleistungen mit einer angeblichen russischen Einmischung, Infiltration oder Erpressung zu kaschieren. Vielleicht wird auch Rod Rosenstein, von dem in Washington gemunkelt wird, dass er nach dem Interview von McCabe als nächster seinen Posten räumen muss, die Russen für seinen Abgang verantwortlich machen. Das würde eigentlich nicht mehr überraschen.

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    Tags:
    Einmischung, Vorwürfe, Pläne, Putsch, FBI, Donald Trump, James Comey, USA