03:56 20 Juni 2019
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    Tschechiens Präsident Miloš Zeman

    Zeman sieht keinen Grund für US-Raketen in Tschechien

    © AP Photo / Thibault Camus
    Politik
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    Der tschechische Präsident Milos Zeman hat sich in einem TV-Interview zu einer möglichen Stationierung von US-Raketen in seinem Land geäußert.

    Der Moderator fragte den Staatschef, wie er als Oberbefehlshaber der tschechischen Streitkräfte auf den möglichen Vorschlag der Amerikaner reagieren würde, Raketen in Tschechien zu stationieren. Der Journalist erinnerte an das Nachbarland Polen, dessen Regierung eine solche Möglichkeit geäußert habe.

    „Die Polen haben mit Russland eine negative langjährige historische Erfahrung. Manchmal sieht es wie eine Phobie aus, würde ich sagen“, sagte Zeman in einem Interview für TVBarrandov.

    „In diesem Sinne kann ich die Polen verstehen. In Tschechiens Fall sehe ich absolut keine Argumente dafür.“

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    Laut Zeman ist die heutige Lage in der Welt in letzter Zeit noch gefährlicher geworden. Unter den wichtigsten Ursachen führte er Handelskriege der USA an – und zwar nicht nur gegen China, sondern auch gegen die EU.

    Der russische Präsident, Wladimir Putin, hatte am Mittwoch in seiner jährlichen Ansprache zur Lage der Nation die USA ausdrücklich davor gewarnt, Raketen in Europa zu stationieren. Einige Raketenklassen bräuchten laut Putin zehn bis zwölf Flugminuten bis nach Moskau. Als Reaktion werde Moskau mit eigenen Raketen entsprechende „Entscheidungszentren“ in Europa ins Visier nehmen. Russland selbst werde nie als erster Mittelstreckenraketen in Europa aufstellen, versicherte der russische Staatschef zugleich.

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    Tags:
    Stationierung, Raketen, Miloš Zeman, Wladimir Putin, Tschechien, Polen, USA, Russland