12:09 09 Dezember 2019
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    Venezolanischer Präsident Nicolas Maduro (Archivbild)

    Venezuela bricht diplomatische Beziehungen zu Kolumbien ab

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    Politik
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    Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro hat mitgeteilt, dass Venezuela die diplomatischen und politischen Beziehungen zu Kolumbien abbricht.

    „Ich habe viel Geduld für das kolumbianische Volk aufgebracht, das unter uns lebt […] Ich habe beschlossen, alle diplomatischen und politischen Beziehungen zu Kolumbien abzubrechen“, teilte Maduro mit.

    Des Weiteren hat er den Präsidenten von Kolumbien, Iván Duque Márquez , als „leibhaften Teufel“ bezeichnet.

    Maduro hält am Samstag in Caracas eine Rede vor zahlreichen Menschen, die zu seiner Unterstützung auf die Straße gegangen sind. Die Rede wird via Twitter ausgestrahlt. 

    Die venezolanische Opposition soll am 23.Februar versuchen, humanitäre Hilfslieferungen in das Land zu bringen. Venezuelas Regierung lehnt Hilfslieferungen kategorisch ab. Diesbezüglich hat Präsident Maduro kürzlich die Landgrenze zu Brasilien vollständig geschlossen und erwägt auch, die Grenze zu Kolumbien zu schließen.

    Die venezolanische Vizepräsidentin Delsey Rodriguez hat zuvor darauf verwiesen, dass im Rahmen des humanitären Völkerrechts humanitäre Hilfe im Fall von Naturkatastrophen, bewaffneten Konflikten und Krieg geleistet wird. Ihr zufolge haben Behauptungen über eine humanitäre Krise in Venezuela zum Ziel, eine Invasion in das Land zu rechtfertigen. Das venezolanische Volk werde das jedoch nicht zulassen, so Rodriguez. 

    Zuvor haben sich Unterstützer des selbsterklärten Interimspräsidenten Juan Guaido an der zwischen Venezuela und Kolumbien verlaufenden Grenze versammelt, um US-Hilfslieferungen ins Land zu holen. Die Regierung in Caracas hatte erklärt, diese Lieferungen zu blockieren.

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    Am Samstag ist ebenfalls gemeldet worden, dass infolge einer Auseinandersetzung zwischen einer lokalen indigenen Gemeinschaft und dem venezolanischen Militär an der Grenze zu Brasilien mindestens zwei Menschen getötet und 17 weitere verletzt worden sein sollen. Grund für die Proteste sei die Absicht der Regierung von Nicolas Maduro, keine humanitäre Hilfe aus den USA ins Land zu lassen.

    Wie der Bürgermeister der venezolanischen Kleinstadt Gran Sabana gegenüber CNN erläuterte, sei eines der Opfer eine 34-jährige Frau, die Teil einer indigenen Gruppe war, welche die Hilfslieferung nach Venezuela erleichtern wollte. Zuvor hatte der venezolanische Vizeaußenminister, Yvan Eduardo Gil Pinto, verkündet, dass die humanitäre Situation im Lande keine Hilfslieferungen erfordere.

    Am 23. Januar dieses Jahres hatte sich der Präsident der Nationalversammlung von Venezuela (Asamblea Nacional), Juan Guaidó, während Protesten zum Übergangspräsidenten des Landes erklärt. Die Vereinigten Staaten sowie mehrere Länder Lateinamerikas und weltweit auch andere, darunter das EU-Parlament, hatten Guaidó umgehend als Interimsstaatschef anerkannt. Russland, China, die Türkei und weitere Staaten bekundeten dagegen Solidarität mit Maduro, der seinen Rücktritt ablehnte und von einem von den Vereinigten Staaten inszenierten Putschversuch sprach.

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    Tags:
    humanitäre Hilfe, Grenzen, Krise, Konflikt, CNN, Juan Guaido, Ivan Duque Marquez, Nicolás Maduro, Delcy Rodriguez, Kolumbien, Brasilien, Venezuela