10:16 21 April 2019
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    Venezolanische Militärs an der Grenze zu Kolumbien

    Streit um Hilfslieferungen: Hunderte Verletzte an Venezuelas Grenze

    © AP Photo / Fernando Llano
    Politik
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    Bei Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der Opposition und dem venezolanischen Militär sind am Samstag an der Grenze zu Kolumbien laut dem kolumbianischen Präsidialamt mindestens 285 Menschen verletzt worden. Die Oppositionsanhänger hatten versucht, die Grenze nach Kolumbien zu passieren, um Hilfsgüter nach Venezuela zu holen.

    „Das heutige Vorgehen hatte 285 Verletzte zur Folge, in erster Linie wegen Tränengas“, heißt aus einer Mitteilung des Amtes auf Twitter.

    Am Samstag hatten sich Anhänger des selbsterklärten Interimspräsidenten, Juan Guaido, an der zwischen Venezuela und Kolumbien verlaufenden Grenze versammelt, um US-Hilfslieferungen ins Land zu holen. Venezuelas Regierung lehnte diese kategorisch ab. Daher schloss Präsident Maduro kürzlich die Landgrenze zu Brasilien vollständig und erwägt auch, die Grenze zu Kolumbien dichtzumachen.

    An der Grenze zu Kolumbien sollen mehrere Lkws mit humanitären Hilfsgütern in Flammen aufgegangen sein. Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation „Strafforum“ kamen an der brasilianischen Grenze vier Menschen ums Leben.

    Indes hatte der Leiter des kolumbianischen Migrationsdienstes, Christian Krüger Sarmiento, mitgeteilt, die Behörden hätten nach den Auseinandersetzungen die Grenze zu Venezuela im Departamento de Norte de Santander im Nordosten des Landes bis zum 26. Februar zum Teil  geschlossen.

    Derartige Maßnahmen zielen laut Sarmiento darauf ab, den von den Behörden Venezuelas zugefügten Schaden an der Infrastruktur zu schätzen sowie festzulegen, welche Maßnahmen getroffen werden müssten, damit „die Grenze am 26. Februar wieder einwandfrei funktionieren kann“.

    Am Sonntag hatte Caracas angeordnet, dass Diplomaten und Mitarbeiter des kolumbianischen Konsulats binnen 24 Stunden Venezuela verlassen sollten. 

    „Wir geben nach Veröffentlichung dieser Mitteilung 24 Stunden Zeit, damit die Diplomaten und Mitarbeiter des Konsulats Kolumbiens Venezuela verlassen können“, verlautet es aus einer Mitteilung des venezolanischen Außenministeriums.  

    Laut der Behörde haben die USA und Kolumbien an der Grenze zu Venezuela eine „propagandistische Show“ veranstaltet, die UN-Normen verletzt sowie den Frieden im Land und in der Region bedroht.  

    Zuvor hatte Venezuelas Präsident, Nicolás Maduro, mitgeteilt, dass Caracas die diplomatischen und politischen Beziehungen zu Kolumbien abbreche und den Präsidenten von Kolumbien, Iván Duque Márquez, als „leibhaften Teufel“ bezeichnet.

    Am 23. Januar dieses Jahres hatte sich der Präsident der Nationalversammlung von Venezuela (Asamblea Nacional), Juan Guaidó, während Protesten zum Übergangspräsidenten des Landes erklärt. Die Vereinigten Staaten sowie mehrere Länder Lateinamerikas und weltweit auch andere, darunter das EU-Parlament, hatten Guaidó umgehend als Interimsstaatschef anerkannt. Russland, China, die Türkei und weitere Staaten bekundeten dagegen Solidarität mit Maduro, der seinen Rücktritt ablehnte und von einem von den Vereinigten Staaten inszenierten Putschversuch sprach.

     

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    Tags:
    Auseinandersetzungen, Verletzte, Twitter, Christian Krüger Sarmiento, Juan Guaido, Nicolás Maduro, Kolumbien, Brasilien, Venezuela