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03:02 23 Juli 2019
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    Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder

    Bayerns Ministerpräsident: Moskau sitzt nicht am „Katzentisch“ der Weltpolitik

    © AFP 2019 / John MACDOUGALL
    Politik
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    Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder hat geäußert, dass Moskau nicht am Katzentisch der Weltpolitik sitzt.

    Wie Söder in einem Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ verlautbarte, sei er ein „überzeugter“ Anhänger der transatlantischen Kooperation. Zugleich habe Bayern aber immer die Meinung vertreten, man müsse mit Russland im Dialog bleiben.  

    „Moskau sitzt nicht am Katzentisch der Weltpolitik. Aber natürlich hat Russland auch einiges dazu beigetragen, dass das Verhältnis zum Westen sich verschlechtert hat. Zum Beispiel die jahrelange Verletzung des INF-Abrüstungsvertrags“, so Söder. 

    Zudem sprach sich Bayerns Ministerpräsident für das Pipeline-Projekt Nord Stream 2 aus.

    „Deutschland braucht alle Optionen, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten – zumal wir aus der Kernkraft und aus der Kohle aussteigen wollen. Ich kann auch nicht verstehen, warum eine Pipeline, die von Russland durch die Ukraine nach Deutschland führt, sicherer sein soll als eine Direktverbindung zwischen Russland und Deutschland“, sagte Söder. 

    Nord Stream 2 ist das Projekt für eine weitere Gaspipeline zwischen Russland und Deutschland, die auf dem Grund der Ostsee verlegt werden soll. Ihre Gesamtkapazität soll etwa 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr erreichen. Der Betriebsstart ist für Ende 2019 geplant.

    Gegen das Projekt machen mehrere Länder Front. Dazu gehört unter anderem die Ukraine, die um ihre Einnahmen aus dem Transit russischen Gases bangt. Die russische Seite hatte wiederholt erklärt, dass es sich um ein rein wirtschaftliches Projekt handle und keinen Stopp des Gastransits durch die Ukraine bedeute.

    Auch die USA haben sich wiederholt gegen den Bau von Nord Stream 2 ausgesprochen und gedroht, die europäischen Partnerunternehmen Russlands bei diesem und anderen Pipelineprojekten mit Sanktionen zu belegen. US-Präsident Donald Trump hat nach Verhandlungen mit seinem russischen Amtskollegen, Wladimir Putin, erklärt, die USA wollten mit Nord Stream 2 konkurrieren, indem sie Flüssiggas nach Europa liefern würden.

     

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    Tags:
    Pipeline-Projekt Nord Stream 2, Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), INF-Abrüstungsvertrag, Markus Söder, Ukraine, Russland, Deutschland