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21:37 23 Juli 2019
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    Beladung eines Tomahawk-Marschflugkörpers an Bord des Atom-U-Bootes USS Emory S. Land der U.S. Navy (Archivbild)

    Ex-Pentagon-Berater: USA könnten Marschflugkörper in Europa stationieren

    © Foto: U.S. Navy/ Mass Communication Specialist 2nd Class Jeremy M. Starr
    Politik
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    Die USA könnten Marschflugkörper in Europa stationieren, um Russland dazu zu bringen, zum Vertrag über die Vernichtung von Raketen mittlerer und kürzerer Reichweite (INF-Abrüstungsvertrag) zurückzukehren. Der ehemalige Chef des Planungsstabes im US-Verteidigungsministerium, Brian McKeon, hat sich zu dem Thema geäußert.

    „Ich bezweifle, dass die USA eine nukleare Option anstreben werden. Sollte es um die bodengestützten Systeme gehen, so glaube ich, dass es eher die nicht-nuklearen Systeme sein werden (…) Die USA verfügen auch über andere Optionen, die nicht unbedingt die bodengestützten Marschflugkörper voraussetzen. Aber die Vereinigten Staaten können sich für diese als Gegenmaßnahme entscheiden, um zu versuchen, Russland davon zu überzeugen, vernünftig zu handeln und den Vertrag zu retten“, so der Senior Direktor des Penn Biden Center for Diplomacy & Global Engagement gegenüber Sputnik.

    Er vertritt die Ansicht, die Aussetzung des Vertrags werde es Russland ermöglichen, 9M729-Raketen zu stationieren, die eine Bedrohung für Westeuropa und die dort stationierten US-Kräfte darstellen könnten.

    „Im Allgemeinen denke ich, dass eine solche Entwicklung nicht zur Sicherheit in Europa beitragen wird“, sagte McKeon weiter.
    Eine Antwort darauf könnte ihm zufolge die vom Pentagon angekündigte seegestützte Rakete werden.

    „Das Verteidigungsministerium kündigte in seiner Nukleardoktrin an, dass es beabsichtigt, einen seegestützten Marschflugkörper zu entwickeln, der mit einer nuklearen Ladung ausgestatten werden kann. Ich denke, er ist zum Teil als Gegengewicht zur russischen Rakete gedacht“, so der ehemalige Pentagon-Berater.

    Während seiner Tätigkeit im Pentagon sei dort die Meinung vorrangig gewesen, die USA müssten nicht unbedingt die gleichen Waffen wie Russland besitzen, um sich einen militärischen Vorteil zu sichern.

    „Die USA verfügen über die Optionen der see- und bodengestützten Systeme, die eine ernsthafte Bedrohung für die russischen Objekte darstellen können“, so McKeon.

    Zuvor hatte US-Vizeaußenministerin Andrea Thompson bekanntgegeben, das Pentagon werde die Frage der europäischen Stationierung der zuvor vom INF-Vertrag verbotenen Raketen nach Konsultationen mit den europäischen Partnern lösen.

    Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hatte wiederum erklärt, das Bündnis plane nicht, nach dem Ausstieg Russlands und der USA aus dem INF-Abrüstungsvertrag neue Atomwaffen in Europa zu stationieren.

    >> Weitere Sputnik-Artikel: Nato-Chef Stoltenberg spricht vor der Presse

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    Tags:
    Marschflugkörper, INF-Vertrag, Russland, Europa, USA