12:07 14 November 2019
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    Einer der AfD-Chefs Alexander Gauland in dem Bundestag

    Rückzug aus der Politik: Alexander Gauland will sich „zur Ruhe legen“

    © AP Photo / Markus Schreiber
    Politik
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    Der Partei- und Fraktionsvorsitzende der AfD, Alexander Gauland, denkt über einen baldigen Rückzug aus der Politik nach. Ob der 78-Jährige im Herbst noch einmal für seine beiden Ämter antreten will, ist unklar. Er werde sich aber für die kommende Europawahl und die Landtagswahlen im Osten Deutschlands einsetzen – diese seien keine Selbstläufer.

    Alexander Gauland ist Gründungsmitglied der Alternative für Deutschland. Neben Alice Weidel ist er seit 2017 Co-Fraktionsvorsitzender der Partei im Bundestag. Im gleichen Jahr wählten die Mitglieder ihn auf dem Parteitag in Hannover zusammen mit Jörg Meuthen zum Bundessprecher. Mehr wird er innerhalb der AfD wohl kaum noch erreichen können. Vielleicht einer der Gründe, warum Gauland jetzt anscheinend mit einem Rückzug aus der Politik liebäugelt.

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    Bald ist die Grenze erreicht…

    Gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ erklärte Gauland, er wisse noch nicht, ob er im Herbst erneut für beide Ämter kandidieren wird. Bis zum Sommer stelle er sich aber nicht die Frage, vielleicht eines der beiden Ämter niederzulegen. Diese Entscheidung wolle er kurzfristig treffen. Zum Zeitpunkt und zum Grund wird der gebürtige Chemnitzer dann doch deutlicher: Mit rund 80 Jahren, „wäre es vielleicht wirklich an der Zeit, sich zur Ruhe zu legen“.

    Laut Medienberichten schaut schaut Gauland nachdenklich auf die diesjährigen Wahlen. Die Europawahl im Mai werde kein Selbstläufer, so der AfD-Chef. Weiter hält er eine  Regierungsbeteiligung nach den Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg oder Thüringen für unwahrscheinlich. Eine Koalition mit der CDU könne er sich höchstens in Sachsen vorstellen, allerdings würde  Angela Merkel das als Kanzlerin noch zu verhindern wissen.

    Von der CDU zur AfD…

    Gauland arbeitet bereits seit Anfang der 70er Jahre in der Politik, zunächst als CDU-Mitglied. Viele Jahre er außerdem als Herausgeber der Märkischen Allgemeinen in Potsdam tätig. Gemeinsam mit dem CDU-Mitglied Bernd Lucke er 2012 Gründungsmitglied der „Wahlalternative 2013“. Ein Jahr später wählte ihn der Gründungsparteitag der Euro-kritischen AfD im April zum stellvertretenden Sprecher. 2014 gewann er auf dem außerordentlichen Landesparteitag in Großbeeren mit rund 77 Prozent der Stimmen die Wahl zum Vorsitzenden der AfD Brandenburg.

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    Gauland sieht die AfD als „Partei der kleinen Leute“, die zudem eine politische Heimat biete für ein „lange verschüttetes nationalliberales Lebensgefühl, das weder rechts noch links ist, sondern zutiefst menschlich, konservativ nicht im politischen Sinne, sondern im lebensweltlichen“. Kritik erhielt der Parteichef für seine Äußerungen, die Zeit des Nationalsozialismus sei ein „Vogelschiss in der deutschen Geschichte“ gewesen oder als er die Strafbarkeit des Hitlergrußes anzweifelte.

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    Rückzug, Kritik, CDU, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Alice Weidel, Alexander Gauland, Deutschland