08:46 23 April 2019
SNA Radio
    Brasiliens Soldaten an der Grenze mit Venezuela

    Brasiliens Militär verstärkt Sicherheitskorridor an Venezuelas Grenze

    © REUTERS / Bruno Kelly
    Politik
    Zum Kurzlink
    8550

    Die nationalen Sicherheitskräfte Brasiliens haben am Montag den Sicherheitskorridor an der Grenze zu Venezuela erweitert, um die Spannungen im Grenzgebiet abzubauen.

    Zuvor hatte ein Sputnik-Korrespondent vor Ort berichtet, eine Gruppe von Radikalen habe von brasilianischem Territorium den venezolanischen Grenzübergang in der Stadt Pacaraima angegriffen und einen Wagen der nationalen Sicherheitskräfte Brasiliens in Brand gesetzt. Die Angreifer sollen Steine und Stöcke gegen Angehörige der Nationalgarde geworfen haben. Diese sollen Tränengas eingesetzt haben.

    Einige Tränengas-Granaten wären auf brasilianischem Territorium niedergegangen, sodass die brasilianischen Soldaten beschlossen, die Sicherheitszone um 100 Meter von der Grenze auszuweiten.

    Somit sei es gelungen, die Menschenmenge weit von der venezolanischen Grenze abzudrängen und neue Vorfälle zu verhindern.

    Am Samstag hatten sich Anhänger des selbsterklärten Interimspräsidenten Juan Guaido an der zwischen Venezuela und Kolumbien verlaufenden Grenze versammelt, um US-Hilfslieferungen ins Land zu holen. Venezuelas Regierung lehnte diese kategorisch ab. Deshalb schloss Präsident Maduro die Landgrenze zu Brasilien vollständig und erwägt, auch die Grenze zu Kolumbien dichtzumachen.

    An der Grenze zu Kolumbien sollen mehrere LKW mit humanitären Hilfsgütern in Flammen aufgegangen sein. Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation „Strafforum“ kamen an der brasilianischen Grenze vier Menschen ums Leben.

    Zuvor wurde mitgeteilt, dass am Samstag zwei LKW mit acht Tonnen humanitärer Hilfsgüter in der brasilianischen Stadt Pacaraima an der Grenze zu Venezuela eingetroffen wären.

    Am 23. Januar dieses Jahres hatte sich der Präsident der Nationalversammlung von Venezuela (Asamblea Nacional), Juan Guaidó, während Protesten zum Übergangspräsidenten des Landes erklärt. Die Vereinigten Staaten sowie mehrere Länder Lateinamerikas und weltweit auch andere, darunter das EU-Parlament, hatten Guaidó umgehend als Interimsstaatschef anerkannt. Russland, China, die Türkei und weitere Staaten bekundeten dagegen Solidarität mit Maduro, der seinen Rücktritt ablehnte und von einem von den Vereinigten Staaten inszenierten Putschversuch sprach.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Juan Guaido, Nicolas Maduro, Kolumbien, Brasilien