17:14 17 Juni 2019
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    Der venezolanische oppositionelle Politiker Juan Guaido während einer Kundgebung in Caracas

    „Titelbetrüger von der Straße“: Russlands UN-Botschafter über Juan Guaidó

    © REUTERS / Carlos Garcia Rawlins
    Politik
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    Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja hat den Oppositionsführer und selbsterklärten Übergangspräsidenten Venezuelas, Juan Guaidó, als einen „Titelbetrüger von der Straße“ bezeichnet, den die USA und EU-Staaten anerkannt haben.

    „In einem unabhängigen lateinamerikanischen Land ist plötzlich ein Titelbetrüger aufgetaucht, der sich auf der Straße zum Präsidenten des Landes erklärt hat und sofort, in nur wenigen Minuten, von den USA anerkannt wurde“, sagte Nebensja bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates.   

    Ihm zufolge haben einige Länder Europas und Lateinamerikas wenig geschwankt und „dieses Subjekt“ ebenfalls als Venezuelas Präsident anerkannt.

    Wie Nebensja weiter betonte, verfolge Washington in Venezuela das einzige Ziel, die Staatsführung zu wechseln, darunter auch auf militärischem Wege.

    Indes hatte der Vize-Richter der Verfassungskammer des venezolanischen Obersten Gerichts, Juan Carlos Valdes, gegenüber Sputnik erklärt, dem Oppositionsführer Juan Guaidó drohten 30 Jahre Freiheitsstrafe.

    „Er ist eine Person, die vor Gerechtigkeit geflüchtet ist. Was passiert mit Flüchtigen, die erneut ins Land einreisen und von den Behörden erwischt werden? Sie müssen festgehalten und ins Gefängnis gebracht werden … Ihm drohen 30 Jahre Freiheitsstrafe“, präzisierte er.      

    Zuvor hatte Venezuelas Präsident Nicolás Maduro erklärt, Guaidó solle vor Gericht erscheinen, da er trotz des Ausreiseverbots das Land verlassen habe. Trotz eines Ausreiseverbots ist der selbsternannte Interimspräsident Venezuelas Juan Guaidó am Samstag in der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta zu einem Benefizkonzert seiner Anhänger erschienen.

    Der Oberste Gerichtshof Venezuelas hatte dem selbsternannten Interimspräsidenten Juan Guaidó verboten, das Land ohne spezielle Genehmigung zu verlassen.

    Am 23. Januar hatte sich der Präsident der Nationalversammlung von Venezuela (Asamblea Nacional), Juan Guaidó, während Protesten zum Übergangspräsidenten des Landes erklärt. Die Vereinigten Staaten sowie mehrere Länder Lateinamerikas und weltweit auch andere, darunter das EU-Parlament, hatten Guaidó umgehend als Interimsstaatschef anerkannt. Russland, China, die Türkei und weitere Staaten bekundeten dagegen Solidarität mit Maduro, der seinen Rücktritt ablehnte und von einem von den Vereinigten Staaten inszenierten Putschversuch sprach.

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    Tags:
    Freiheitsstrafe, UN-Sicherheitsrat, EU-Parlament, Uno, Juan Carlos Valdes, Juan Guaido, Wassili Nebensja, Nicolas Maduro, Kolumbien, Venezuela, USA, Russland