16:37 06 Dezember 2019
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    Marsch der Anhänger von Juan Guaido in Caracas

    Lawrow: Nach Venezuela sind Kuba und Nicaragua „an der Reihe“

    © Sputnik / Eva Marie Uzcategui
    Politik
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    Seit Tagen wird über eine mögliche US-Militärintervention in Venezuela spekuliert. Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat eine wichtige Bedingung genannt, die eine Invasion ausschließen würde. Er warnte zudem davor, dass sich die USA mit Venezuela nicht begnügen würden – andere Länder sind laut Lawrow „an der Reihe“.

    Washington wird keine Militärinvasion wagen, wenn Venezuelas Nachbarländer diese nicht unterstützen.

    „Venezuelas Nachbarländer Brasilien und Kolumbien haben erklärt, dass sie die Pläne zur Militärinvasion in dieses Land nicht unterstützen werden“, sagte Lawrow am Freitag bei einer Pressekonferenz im Anschluss an seine Gespräche mit der Vize-Präsidentin Venezuelas, Delsy Rodrigez.

    Wenn die Nachbarländer ihr Wort halten und standhaft bleiben würden, dann würden die amerikanischen Pläne nicht umgesetzt, so der Minister weiter.

    Lawrow betonte zudem, Moskau wisse über die Pläne Washingtons Bescheid, Schusswaffen, Granatwerfer sowie mobile Flugabwehrsysteme in einem osteuropäischen Land anzukaufen und diese dann in Venezuelas Nachbarländer zu verlegen, damit die Waffen schließlich in die Hände der venezolanischen Opposition gelangen.

    „Wir sehen diese Absichten, natürlich. Auch andere Länder sehen sie, darunter auch die unmittelbaren Nachbarländer von Venezuela“, so der russische Chefdiplomat.

    Eine Militärinvasion werde zudem die wahren Motive der USA offenbaren: „Es geht hier nicht um Demokratie, wie man uns zu überzeugen versucht, sondern darum, alle Widerspenstigen ihrem Willen zu unterwerfen.“

    Die USA würden bei Venezuela nicht Halt machen, warnt Lawrow: Kuba und Nicaragua seien „an der Reihe“. Eine derart respektlose Haltung der USA gegenüber den lateinamerikanischen Staaten werde Washington in der Region nicht beliebter machen.

    Die Massenproteste gegen den venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro hatten am 21. Januar 2019 begonnen – kurz nach dessen Amtseinführung. Nach Beginn der Proteste erklärte sich der Oppositionelle Juan Guaido zum Interimspräsidenten. Die USA erkannten ihn fast sofort als legitimen Staatchef Venezuelas an. Andere Staaten in Europa folgten Washingtons Beispiel. Russland, Mexico, China und eine Reihe weiterer Staaten erkennen Guaido nicht als legitimen Präsidenten an.

     

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    Tags:
    Militärintervention, Demokratie, Sergej Lawrow, Kuba, Nicaragua, Venezuela, USA, Russland