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06:49 23 September 2019
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    US-Amerikaner Otto Warmbier in Nordkorea (Archivbild)

    In Haft gestorbener US-Student: Trump glaubt Kim und erntet heftige Kritik

    © AP Photo / Jon Chol Jin
    Politik
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    US-Präsident Donald Trump hat sich im Fall des nach nordkoreanischer Haft verstorbenen US-Studenten Otto Warmbier hinter den nordkoreanischen Staatschef Kim Jong-un gestellt, berichten US-Medien. Damit löste er empörte Reaktionen in den USA aus und erntete Kritik selbst von seinen Parteikollegen.

    In der Pressekonferenz nach dem Ende des Gipfeltreffens mit Kim in Hanoi erklärte Trump, dass er mit dem nordkoreanischen Staatschef über den mutmaßlich schwer gefolterten Studenten gesprochen habe.

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    Kim soll dem US-Präsidenten gesagt haben, dass „er nichts darüber wusste, und ich nehme ihn beim Wort“, so Trump. Kim habe den Fall zwar „sehr gut gekannt, aber erst später davon erfahren“.

    „Ich glaube nicht, dass er es erlaubt hätte, dass das passiert. Das war nicht zu seinem Nutzen, zu erlauben, dass das passiert“, zitieren US-Medien den Präsidenten.

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    Dass Trump nun Kims Angaben Glauben zu schenken scheint, sorgte in den USA parteiübergreifend für empörte Reaktionen. Der demokratische Senator Mark Warner schrieb auf Twitter, dass Kim „natürlich davon gewusst“ habe.

    „Anscheinend ist der Präsident der Vereinigten Staaten der Einzige, der diese offensichtliche Lüge glaubt“.

    Der demokratische Senator Chris Van Hollen warnte, die USA dürften „Kim Jong-un nicht einen Blankoscheck dafür ausstellen, einen der Unseren zu foltern und zu ermorden“.

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    Selbst Abgeordnete von der Republikanischen Partei betrachteten die Glaubwürdigkeit von Kims Worten anders als Trump.

    „Ich sehe Nordkoreas Führer nicht als jemanden an, der ein Freund ist. Wir alle wissen, was mit Otto passiert ist, wir wissen, was dieses Land getan hat“, sagte der Minderheitsführer der Republikaner im Repräsentantenhaus, Kevin McCarthy, laut US-Medien.

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    Der demokratische Senator Lindsey O. Graham will laut Medienberichten „überhaupt nicht“ geglaubt haben, dass Kim mit der Behandlung von Warmbier nichts zu tun gehabt hätte. Graham vermutete, hinter Trumps Akzeptanz von Kims Worten stünden diplomatische Gründe: Der US-Präsident habe „möglicherweise versucht, mehr Spielraum bei den Verhandlungen“ mit dem nordkoreanischen Staatschef zu lassen.

    Im Sommer 2017 wurde der US-Student Otto Warmbier nach 17 Monaten aus der nordkoreanischen Haft entlassen. Er war im Januar 2016 in Nordkorea festgenommen und im März zu 15 Jahren Straflager verurteilt worden. Ihm wurden Straftaten gegen den nordkoreanischen Staat zur Last gelegt. Konkret soll er in einem Hotel ein Plakat von der Wand genommen haben, um es zu stehlen. Kurz nach seiner Rückführung in die USA starb Warmbier in seiner Heimatstadt Cincinnati (US-Bundesstaat Ohio).

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    Ein US-Gericht kam im vergangenen Dezember zu dem Schluss, dass der 22-Jährige in Nordkorea gefoltert wurde. Pjöngjang hat jegliche Misshandlung Warmbiers bestritten und erklärt, der Student habe sich eine schwere Nahrungsmittelvergiftung zugezogen.

    Trump und Kim hatten am Mittwoch und Donnerstag in Hanoi ihr zweites Gipfeltreffen abgehalten, bei dem keinerlei Dokumente unterzeichnet wurden. Wie Trump auf der anschließenden Pressekonferenz sagte, hätten die Differenzen mit Nordkorea nicht die Aufhebung der Sanktionen betroffen, sondern Pjöngjang sei in „einer anderen Sphäre“ keine Zugeständnisse eingegangen.

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