05:52 10 Dezember 2019
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    Bau der Nord Stream 2 - Pipeline

    „Handelsblatt“ spekuliert über Aussagen russischen Energieministers zu Nord Stream 2

    © Foto : Nord Stream 2 / Axel Schmidt
    Politik
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    Russlands Energieminister Alexander Nowak hat eine Modernisierung der ukrainischen Gasinfrastruktur für die Beibehaltung des Gastransits nach der Umsetzung von Nord Stream 2 gefordert. Das „Handelsblatt“ sieht darin eine „Hintertreibung“ des Plans von Bundeskanzlerin Merkel.

    Nowak erläuterte Ende Februar in einem Interview, dass Russland auch nach der Inbetriebnahme von Nord Stream 2 einen bestimmten Teil des Gastransits durch die Ukraine beibehalten würde. Allerdings räumte er ein, dass die ukrainische Gasroute wegen veralteter Infrastruktur wesentlich teurer als die neuen Pipelines sei und zu hohen Gasverlusten beim Transport führe. Deshalb wies er darauf hin, dass „enorme Investitionen“ für die Modernisierung ukrainischer Leitungen nötig seien.

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    Diese Aussagen Nowaks interpretiert das „Handelsblatt“ als Zweifel des russischen Energieministers an einem weiteren Gastransit durch die Ukraine.

    Das Blatt sprach mit dem CDU/CSU-Fraktionsvize Johann Wadephul, der in Nowaks Äußerungen die Möglichkeit eines „erheblichen Vertrauensbruchs Deutschland gegenüber“ sehe, der auch in Bezug auf Nord Stream 2 „die Verlässlichkeit in russische Zusagen sehr infrage stellen“ würde.

    Die Europaabgeordnete der Grünen, Rebecca Harms, brachte gegenüber dem „Handelsblatt“ die Hoffnung zum Ausdruck, dass „nun allen die russische Position klar ist und dass das deutsch-russische Pipelineprojekt sowie Europas Interessen in der Energiepolitik noch mal diskutiert werden“.

    Harms behauptet demnach, dass Nord Stream 2 nicht den europäischen Interessen entspreche und die mögliche Ausschaltung der Ukraine als Transitland nicht unerwartet sei.

    Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte mehrmals, dass Berlin Nord Stream 2 als rein kommerzielles Projekt betrachte und bringt es stets mit der Beibehaltung des Gastransits durch die Ukraine in Verbindung.

    Nord Stream 2 ist das Projekt für eine weitere Gaspipeline zwischen Russland und Deutschland, die auf dem Grund der Ostsee verlegt werden soll. Ihre Gesamtkapazität soll etwa 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr erreichen. Der Betriebsstart ist für Ende 2019 geplant.

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    Für Deutschland ist das Pipeline-Projekt besonders bedeutend, denn die Bundesregierung hat den Ausstieg aus Atom- und Kohlekraftwerken bis 2038 beschlossen.

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    Tags:
    Nord Stream 2, Gastransit, Die Grünen, CDU/CSU, Handelsblatt, Johann Wadephul, Rebecca Harms, Alexander Nowak, Deutschland, Russland, Ukraine