03:26 30 November 2020
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    In einem Interview für den TV-Sender CNN hat John Bolton, der Sicherheitsberater des US-Präsidenten Donald Trump, die Ziele der USA in Venezuela genannt: Washington wolle eine breite Koalition bilden, um einen Machtwechsel in dem lateinamerikanischen Land zu erreichen.

    „Wir versuchen, die Unterstützung für eine friedliche Machtübergabe von Maduro an Juan Guaido zu sichern“, so Bolton. „Ich möchte eine möglichst breite Koalition sehen, die wir zusammenstellen können, um Maduro zu ersetzen, um das ganze korrupte Regime zu ersetzen, das ist das, was wir versuchen.“

    Dabei berief sich Bolton auf ein umstrittenes US-amerikanisches Dokument: „In dieser Administration haben wir keine Angst davor, den Begriff,Monroe-Doktrin‘ zu benutzen. Das (Venezuela – Anm. d. Red.) ist ein Land in unserer Hemisphäre. Und es ist das Ziel der amerikanischen Präsidenten seit Ronald Raegan gewesen, eine komplett demokratische Hemisphäre zu haben.“

    Washington habe die “Troika der Tyrannei” ins Visier genommen: Kuba, Nicaragua und Venezuela, fügte er hinzu. Diese Erklärung stimmt mit der Warnung des russischen Außenministers Sergej Lawrow überein, die er am vergangenen Freitag geäußert hatte: Lawrow zeigte sich überzeugt, dass die USA es bei Venezuela nicht belassen würden und dass Kuba und Nicaragua „an der Reihe“ seien.

    Teil des Problems in Venezuela sei die starke Anwesenheit von Kubanern: 20.000 bis 25.000 kubanische Sicherheitsbeamte befänden sich nach Angaben von „öffentlich zugänglichen Berichten“ in Venezuela.

    „Unser Ziel ist es, Juan Guaido zum Interimspräsidenten zu machen, damit wir eine neue Präsidentschaftswahl bekommen“, so der Präsidentenberater.

    Bolton hatte zuvor getwittert, dass „jeder, der einen Diktator weiter unterstützt, der Menschenrechte verletzt“, nicht unbestraft bleiben dürfe. Der CNN-Journalist wies im Laufe des Interviews jedoch zweimal darauf hin, dass die USA bekanntlich mehrere Diktaturen weltweit unterstützen, darunter Ägypten, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate.

    „Sehen Sie nicht, dass die US-Unterstützung für andere Diktatoren weltweit die Glaubwürdigkeit ihres Arguments untergräbt?“, fragte der Reporter Jake Tapper.

    „Nein, ich glaube nicht, dass das der Fall ist. Das ist eine andere Sache“, antwortete Bolton. Warum das eine andere Sache ist — darauf ging Bolton jedoch nicht ein.

    Die Monroe-Doktrin geht auf die Rede zur Lage der Nation aus dem Jahr 1823 zurück, in der US-Präsident James Monroe vor dem Kongress die Grundzüge einer langfristigen Außenpolitik der USA entwarf. Die wesentlichen Punkte der Doktrin waren zum einen die unumkehrbare Lossagung der Vereinigten Staaten von den europäischen Kolonialmächten, zum anderen wurde Lateinamerika quasi zur Einfluss-Sphäre der USA erklärt.

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    Tags:
    Regimewechsel, Nicolás Maduro, Venezuela, USA