05:55 29 März 2020
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    Die etablierten Parteien widmen sich den Bedenken der Bürger in Ostdeutschland nicht in genügendem Umfang, was zu einem Popularitätsanstieg von radikalen Stimmungen führt. Diese Meinung äußerten gegenüber dem „Handelsblatt“ führende Personen aus Wirtschaftskreisen sowie der Städte- und Gemeindebund.

    Laut den Befragten haben diese Tendenzen nicht nur auf die politische, sondern auch auf die wirtschaftliche Lage negative Auswirkungen.

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    „Überall dort, wo die Menschen sich nicht verstanden fühlen und die etablierten Parteien keine Antworten liefern, steigt die Bereitschaft, sich populistischen oder politisch radikaleren Kräften zuzuwenden“, zitiert das „Handelsblatt“ den Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes Gerd Landsberg am Montag.

    Er erachte Populismus und Radikalisierung als „Gefahren für den Wirtschaftsstandort Deutschland in einer europäischen Wirtschaftsunion“.

    Laut Landsberg fühlen sich viele Deutsche von der positiven wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt, insbesondere in den neuen Bundesländern, was zur Entwicklung radikaler Positionen führe.

    Eine ähnliche Haltung vertritt der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher.

    „Viele Menschen, vor allem im Osten, fühlen sich von den etablierten Parteien nicht ernst genommen“, sagte er dem „Handelsblatt“ am Sonntag.

    Fratzscher forderte dem Blatt zufolge „eine kluge Strukturpolitik mit massiver, auch finanzieller Unterstützung für strukturschwache Regionen“. Sonst werde sich die politische Polarisierung in Deutschland fortsetzen.

    Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, erläuterte gegenüber dem „Handelsblatt“, dass die AfD „im Osten eine Enttäuschung über die westliche Dominanz“ reflektiere.

    „Die etablierten Parteien lassen nicht überzeugend erkennen, dass sie darauf antworten können und wollen“, verlautbarte Hüther.

    Die VW-Vorständin Hiltrud Werner äußerte gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ die Meinung, dass die AfD „zunehmend zum Problem, auch in den Betrieben“ werde. Wie ihre Kollegen ist Werner der Auffassung, dass die AfD unter anderem Erfolg hat, da die „Nöte der Menschen im Osten nicht ernst genommen werden“.

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    Zuvor hatte Siemens-Chef Kaeser vor dem Erstarken nationalistischer und rassistischer Positionen in Deutschland gewarnt und ihre Entwicklung als verheerend für die Wirtschaft bezeichnet.

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    Tags:
    Parteien, Radikale, Deutscher Städte- und Gemeindebund, AfD, VW-Konzern, Handelsblatt, Gerd Landsberg, Marcel Fratzscher, Ostdeutschland