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    Hitler-Rente? Nicht zu rechtfertigen – Österreichische Abgeordnete stellt Anfrage

    © Sputnik / Witalij Timkiw
    Politik
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    Sascha Konkina
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    Es klingt unglaublich: Mehr als 2000 Menschen erhalten möglicherweise Renten, die von Adolf Hitler für die Zusammenarbeit mit den Nazis garantiert worden waren. Laut Medienberichten beziehen auch Menschen in Österreich eine sogenannte „Hitler-Rente". Eine österreichische Abgeordnete findet das fragwürdig und stellt eine parlamentarische Anfrage.

    Nach Angaben der französischen Zeitung „Le Figaro“ befindet sich der größte Teil der Empfänger dieser Auszahlungen – 1532 Menschen – in Europa, darunter 101 in Österreich. Die Nachricht sorgte im Februar für Empörung unter den Abgeordneten des belgischen Repräsentantenhauses. Sie forderten die Bundesregierung, die Zahlungen von monatlichen Zusatzrenten zu stoppen. Das Bundesarbeitsministerium dementierte die Auszahlungen von „Hitler-Renten“. In Österreich sind sie inzwischen ein Fall fürs Parlament.

    NR-Abgeordnete: „Es ist nicht zu rechtfertigen“

    Daniela Holzinger, Abgeordnete der„Liste Jetzt“ (ehemals Liste Pilz), stellte eine Anfrage an Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ). Die Politikerin wollte wissen, ob diese österreichischen Renten-Bezieher (wenn es solche gibt) zur „Waffen-SS" gehörten und bat das Sozialministerium, eine Überprüfung der Rentenzahlungen zu veranlassen.

    „Mit unserer Anfrage wollen wir mehr über die Zusammensetzung der Bezieher einer sogenannten Nazi-Rente in Österreich in Erfahrung bringen. Dabei geht es mir vor allem darum, festzustellen, wie viele ehemalige Mitglieder der Waffen-SS unter den noch lebenden Empfängern sind und wie viel diese monatlich an Rente erhalten. Weil insbesondere bei dieser Personengruppe gesichert scheint, dass sie den Nationalsozialismus bewusst ideologisch unterstützt haben, ist es aus meiner Sicht und aus Respekt gegenüber den Opfern des Regimes und ihrer Angehörigen nicht zu rechtfertigen, die Auszahlung einer solchen Rente weiterhin zuzulassen. Natürlich möge man hier einwenden, dass es sich bei den Betroffenen um höchst betagte Personen handelt und ihre Taten oder auch ihre Unterlassungen schon 74 Jahre zurückliegen, Gerechtigkeit aber hat in meinen Augen kein Ablaufdatum. So lange wir also die Möglichkeit haben hier einzugreifen – sollten wir das auch tun“, kommentierte Holzinger gegenüber Sputnik.

    Die Anfrage ist bereits im Nationalrat eingegangen. Die Antwort des Sozialministeriums liegt noch nicht vor.

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    Tags:
    Waffen-SS, Hitler-Renten, Rente, Le Figaro, Freiheitspartei Österreichs (FPÖ), Adolf Hitler, Frankreich, Österreich