16:59 22 April 2019
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    Außenministerium Russlands (Archiv)

    Russland stellt Revision von Plänen für Waffenlieferungen an Indien nicht in Aussicht

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    Politik
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    Kaschmir: Eskalation im indisch-pakistanischen Grenzgebiet (8)
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    Moskau will laut dem russischen Diplomaten Wladimir Jermakow seine Pläne zur Belieferung Indiens mit Waffen wegen des jüngsten Vorfalls in der umstrittenen Region Jammu und Kaschmir nicht revidieren.

    „Wir sehen keine objektiven Gründe, um die geltenden Regierungsabkommen und aussichtreichen Pläne mit Indien zu überprüfen. Der am 14. Februar im Bundesstaat Jammu und Kaschmir verübte große Terroranschlag diktiert gerade im Gegenteil die Notwendigkeit, die Zusammenarbeit mit Neu-Delhi im Anti-Terror-Kampf weiter auszubauen, wonach die beiden Seiten streben“, sagte der Leiter der Abteilung für Nichtverbreitung und Rüstungskontrolle des russischen Außenministeriums, Wladimir Jermakow, am Mittwoch in einem Sputnik-Gespräch in Berlin.

    Wie er weiter betonte, habe eine militärtechnische Kooperation mit Pakistan ohnehin einen sehr eingeschränkten Charakter und ziele ausschließlich auf die Verstärkung des Anti-Terror-Potenzials dieses Landes ab.

    Zudem begrüße Moskau den Abbau der Spannungen an der indisch-pakistanischen Grenze, der zurzeit zu beobachten sei, so Jermakow.  

    Am Dienstag nahm Jermakow in Berlin an einer Sitzung der Untergruppe für Nichtweiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und Rüstungskontrolle bei der russisch-deutschen ranghohen Gruppe für Sicherheitspolitik teil.   

    Am 14. Februar musste eine größere Abteilung der indischen Streitkräfte (etwa 2500 Militärs) in die Stadt Srinagar verlegt werden. Sie wurden mit etlichen Bussen befördert. Unweit von Srinagar wurde die Kolonne von einem roten Geländefahrzeug überholt, das einen Bus rammte und explodierte. Dabei kamen 45 Menschen ums Leben. Die Verantwortung für den Anschlag übernahm Dschaisch-e-Muhammad.

    Am 26. Februar unternahmen zwölf indische Mirage 2000-Kampfjets unter Deckung mehrerer Su-Maschinen einen Bombenangriff auf drei Terroristenlager (zwei in Kaschmir und eins bei Balakot in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa).

    Pakistan versetzte seinen Gegenschlag einen Tag später. Was dabei genau passierte, ist unbekannt – beide Seiten behaupten ganz unterschiedliche Dinge. Die Pakistaner wollen zwei indische Kampfjets abgeschossen haben, von denen einer auf das indische Kaschmir und der zweite auf das pakistanische Kaschmir gefallen sein soll. Die Inder behaupten ihrerseits, sie hätten ein pakistanisches Militärflugzeug abgeschossen. Hinzu kam der Absturz eines indischen Mi-17-Hubschraubers (aus technischen Gründen), den die Pakistaner ebenfalls zum Absturz gebracht haben wollen.

     

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    Themen:
    Kaschmir: Eskalation im indisch-pakistanischen Grenzgebiet (8)
    Tags:
    Revision, Pläne, Lieferungen, Waffen, Außenministerium, Wladimir Jermakow, Deutschland, Russland, Pakistan, Indien