04:13 20 April 2019
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    Demonstration der Maduro-Anhänger in Caracas

    Obamas Ex-Berater zu möglichen Szenarios der Entwicklung in Venezuela

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    Politik
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    Der Ex-Berater von Barack Obama und der heutige Präsident von International Crisis Group (ICG), Robert Malley, hat gegenüber Medien zu diversen Szenarios der Entwicklung des Geschehens in Venezuela Stellung genommen und jene Situation beschrieben, bei der die USA ihre Militäreinmischung starten könnten.

    Zuvor hatte die ICG die Ereignisse in Venezuela in die Liste „Zehn Konflikte, die die Aufmerksamkeit erfordern“ aufgenommen. Malley, der kürzlich aus Venezuela zurückgekommen ist und diese Information gegenüber RIA Novosti kommentierte, betonte, dass die Situation dort „gefährlich und absolut unklar“ sei.

    „Ich bin von dieser Reise mit der Befürchtung zurückgekommen, dass die Zukunft blutig sein kann, wenn es keine durch Vermittlung getroffene Entscheidung geben wird“, stellte der Experte fest.

    Dabei meint er, dass wegen der andauernden Sanktionen, die zur Reduzierung der Finanzressourcen von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro führen, sein gegenwärtiger Unterstützungsgrad im Land abnehmen könne. Malley äußerte die Meinung, dass in diesem Zusammenhang in Venezuela ein „Machtübergang“ erfolgen könne. „Aber dies ist Spekulation und kein obligatorischer Ausgang der Entwicklung der Situation“, betonte der Experte.

    Nach seiner Ansicht könne Maduro noch mehrere Wochen, Monate und sogar Jahre an der Macht bleiben, doch in diesem Fall könne das Land wegen des Sanktionsfortgangs noch ärmer werden, was zur Destabilisierung der Region im Allgemeinen führen würde.

    Die USA und einige Nachbarn von Venezuela können der Versuchung erliegen, dies auszunutzen und sich – aus militärischer Sicht — einzumischen. Sollte die Situation einstürzen, so existiert das Risiko einer militärischen Konfrontation, bedenkt man, dass in Venezuela nicht nur politische Gruppen, sondern auch kriminelle Vereinigungen Waffen besitzen“, ergänzte Malley.

    Das einzige friedliche Szenario sei nach Malleys Ansicht „eine friedliche Machtübergabe“, aber dies sei „nicht das Wahrscheinlichste“.

    Die Massenproteste gegen den agierenden Präsidenten Venezuelas, Nicolás Maduro, begannen am 21. Januar – einige Zeit nach seiner Vereidigung. Nach Ausbruch der Unruhen erklärte sich der Vorsitzende des oppositionellen Parlaments, Juan Guaidó, rechtswidrig zum Interimsstaatsoberhaupt. Eine Reihe westlicher Länder mit den USA an der Spitze verkündete ihre Anerkennung von Guaidó. Maduro seinerseits nannte den Parlamentschef eine „Marionette der USA“. Russland, China und mehrere andere Länder haben Maduro als legitimen Präsidenten Venezuelas unterstützt. In Moskau bezeichnete man den „Präsidentenstatus“ von Guaidó als nicht existierend.

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