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    Die demokratische US-Abgeordnete Ilhan Omar (Archiv)

    Mörder mit schönem Lächeln? US-Demokratin nach Aussage zu Obama in Erklärungsnot

    © REUTERS / Leah Millis/File Photo
    Politik
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    Die demokratische US-Abgeordnete Ilhan Omar hat mit einer Aussage erneut für Aufsehen gesorgt: Das US-Magazin Politico veröffentlichte am Freitag einen Teil aus einem Interview mit Omar, in dem die Politikerin den ehemaligen Präsidenten Barack Obama indirekt hart kritisiert.

    Die von Obama versprochene „Hoffnung und Veränderung“ sei bloß eine Illusion gewesen, so die Demokratin im Gespräch. Wenn man sich an die globalen Drohnenkriege unter Obama erinnere oder daran, wie Kinder an der US-mexikanischen Grenze in Käfige gesperrt wurden, sei die Politik des Ex-Präsidenten kaum besser als die von seinem Nachfolger, Donald Trump, gewesen.

    Deshalb sei es nicht richtig, nur Trump zu kritisieren. „Seine Politik ist schlecht, doch viele seiner Vorgänger hatten ebenfalls wirklich schlechte  Politik gemacht. Sie waren einfach nur kultivierter als er“, so Omar.

    Kultiviertheit sei aber nicht die Eigenschaft, die man sich bei einem Politiker wünschen sollte: „Wir wollen nicht, dass jemand mit einem Mord unbestraft davonkommt, nur weil er gute Manieren hat. Wir wollen die eigentliche Politik hinter dem schönen Gesicht und dem Lächeln erkennen.“

    ​Viele sahen in dieser Aussage einen klaren Angriff auf Obama, der für viele Demokraten als Vorbild gilt, das über jede Kritik erhaben ist.

    German chancellor Angela Merkel speaks with U.S. president Barack Obama at Schloss Elmau hotel near Garmisch-Partenkirchen, southern Germany, Monday June 8, 2015 during the G-7 summit
    © AP Photo / Michaek Kappeler/Pool Photo via AP, File
    Doch später machte Omar einen Rückzieher. Die Medien hätten ihre Worte einfach aus dem Zusammenhang gerissen. „Ich bin ein Obama-Fan!“, schrieb sie auf Twitter. Sie habe bloß versucht zu zeigen, wie Trump sich von Obama unterscheide.

    Zuvor hatte die Demokratin mit ihrer scharfen Kritik an der US-Politik gegenüber Israel für Aufsehen gesorgt: Die 37-jährige Muslimin hatte im Februar mit einem Tweet impliziert, dass viele Politiker in den Vereinigten Staaten vom Geld der proisraelischen Lobbygruppe AIPAC abhängig seien. Nach heftiger Kritik entschuldigte die Abgeordnete sich für ihre Äußerung.

    Omar hat zudem mehrmals die unverhohlene Einmischung der USA in Venezuelas Innenpolitik scharf verurteilt.

     

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    Tags:
    Mörder, Kritik, Barack Obama, USA