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16:57 17 Juli 2019
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    Klimademonstration der deutschen Schüler in Berlin (Archiv)

    „Eine Sache für Profis“: Christian Lindner zu Klimademos von Schülern

    © AFP 2019 / Odd ANDERSEN
    Politik
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    FDP-Chef Christian Lindner hat sich dafür ausgesprochen, die deutschlandweiten Klimademonstrationen der deutschen Schüler auf die Freizeit der Kinder und Jugendlichen zu verlegen, meldet die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

    Schüler in der Bundesrepublik demonstrieren seit Wochen für den Klimaschutz und werden dafür von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Umweltministerin Svenja Schulze gelobt. Anders sieht der Parteivorsitzende der Freien Liberalen, Christian Lindner, die Sache. Seiner Meinung nach würde unter Anderem wertvolle Unterrichtszeit verloren gehen, so die Meldung.

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    Deshalb plädiert Lindner dafür, die Schülerdemonstrationen gegen den Klimawandel, die im Rahmen von großen internationalen Schülerstreiks stattfinden, nicht in der Unterrichtszeit durchzuführen und stattdessen auf die Freizeit der Schüler zu verlegen.

    „In der Unterrichtszeit sollten sie sich lieber über physikalische und naturwissenschaftliche sowie technische und wirtschaftliche Zusammenhänge informieren“, zitiert die Zeitung „Bild am Sonntag“ Lindner.

    Ferner teilte er diesbezüglich mit: „Ich bin für Realitätssinn. Von Kindern und Jugendlichen kann man nicht erwarten, dass sie bereits alle globalen Zusammenhänge, das technisch Sinnvolle und das ökonomisch Machbare sehen. Das ist eine Sache für Profis.“

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    Was konkrete Klimaschutzmaßnahmen anbetrifft, hat der FDP-Chef die Besteuerung von „Klimagasen“ vorgeschlagen. Er übte zudem Kritik an dem von der Umweltschutzministerin Svenja Schulze im Februar vorgelegten ersten Entwurf für ein Klimaschutzgesetz. Diese versuche sich mit weltfremden „Ein-Jahres-Plänen“ für den Klimaschutz, was noch schlimmer sei, „als in der DDR“, so Lindner. „Wenn wir die Menschen bei diesem Thema nicht mitnehmen, werden viele Autofahrer ihre Gelbwesten in Zukunft nicht nur bei Pannen anziehen, sondern auch zum Demonstrieren.“

    Lindener zufolge ist die Besteuerung von „Klimagasen“ dagegen der „marktwirtschaftliche und damit günstigere Weg, um das Klima zu retten“. „Man kann nicht einfach alle Kraftwerke durch Sonne, Wind und ein bisschen Kuhmist ersetzen“, fügte er hinzu.

    Fachkompetent, interessiert und selbstbewusst – so präsentiert sich Christian Lindner am liebsten. Und so kenn kennt man ihn auch, ob bei Bundestagsitzungen oder aus diversen Polit-Talkshows aus dem Fernsehen.

    Trotzdem war auch Linder einst selber Schüler gewesen und hatte sich in diesem Lebensabschnitt ganz anders gezeigt. Einem Video aus seiner Schulzeit zufolge hat der damals 18-Jährige die Schulzeit nur abgesessen und sich stattdessen anderweitig weitergebildet sowie als Jungunternehmer versucht.

    Wie dem auch sei. Lindners Kritik an den Schüleraktionen indes scheint für manchen unberechtigt zu sein. Laut Klima-Forscher Stefan Rahmstorf sind die „Klima-Profis“ klar auf Seiten der Schüler. 

    „Die Schüler gehen auf die Straße, weil die Politiker trotz schöner Worte die Klimaziele verfehlen. Greta Thunberg versteht mehr vom knappen Emissionsbudget und den Kipppunkten des Klimas als Herr Lindner“, schrieb Rahmstorf auf Twitter.

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    Tags:
    Gelbwesten, Klimaschutz, Klimawandel, Schüler, Demonstrationen, Kritik, Proteste, deutsche Bundesregierung, Bild am Sonntag, Frankfurter Allgemeine Zeitung, FDP, Svenja Schulze, Christian Lindner, Angela Merkel, Deutschland