23:25 18 Juni 2019
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    US-Senator Marco Rubio beim Besuch der Grenze zwischen Venezuela und Kolumbien (Archiv)

    US-Senator macht nicht-existierenden Damm für Blackout in Venezuela verantwortlich

    © REUTERS / Edgard Garrido
    Politik
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    Der republikanische US-Senator Marco Rubio hat am Samstag als Ursache für den kürzlichen Stromausfall in Venezuela fälschlicherweise einen nicht-existierenden Damm genannt und damit für Spott und Häme in Netz gesorgt.

    Rubio teilte via Twitter mit, dass die Ursache für den Blackout die Explosion eines Transformators auf einem „deutschen Damm“ (engl. „german dam“)  gewesen sein soll. Allerdings hat sich später herausgestellt, dass „German Dam“ der Twitter-Name des Journalisten Herman Dame ist, der von dem Stromausfall berichtet hatte.

    „Heute hat eine weitere Explosion des Transformators auf dem deutschen Damm im Bundesstaat Bolivar einen weiteren massiven Stromausfall ausgelöst“, so Rubio am Samstag auf Twitter. Außerdem beschuldigte der Senator in dieser Twitter-Nachricht die Regierung von Nicolas Maduro, einen Ingenieur des Energieversorgungsunternehmens verhaftet zu haben, der später tot aufgefunden worden sein soll.

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    Der Journalist Herman Dame meldete sich diesbezüglich am Sonntag via Twitter zu Wort und verwies auf das Missverständnis Rubios.

    „Senator @ marcorubio, ein wichtiger Transformator explodierte in Bolívar und ließ das venezolanische Elektrizitätssystem wieder teilweise zusammenbrechen; es war jedoch nicht wegen einem Damm, viel weniger war dieser deutsch. Mein Name ist Germán Dam, ich bin einer der Journalisten, die die Information veröffentlicht haben“, so Herman Dame.

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    User im Netz haben mit Spott und Häme auf Rubios „Twitter-Blackout“ reagiert.

    Ein Twitter-Nutzer schrieb dazu: „Das ist lustig, ich kann keinen ‚deutschen Damm‘ in Staat Bolivar auf Google Maps finden. Fast so, als gäbe es so etwas nicht… #fail“

    Ein andere kommentierte das wie folgt: „So stolz auf meinen US-Senator. Halten Sie sich an das Zitieren von Bibelversen.“

    Kürzlich war berichtet worden, dass in 21 der 23 Bundesstaaten von Venezuela sowie in der Hauptstadt Caracas am Donnerstag  massenhafte Stromabschaltungen registriert worden seien.

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    Diesbezüglich hatte die Nationale Korporation für Stromenergie Venezuelas eine Diversion im Wasserkraftwerk „El-Guri“, der größten Energieanlage des Landes, gemeldet. El-Guri im Bundesstaat Bolivar galt im Januar 2016 als das viertstärkste Wasserkraftwerk nach dem chinesischen Wasserkraftwerk „Sanxia“, dem brasilianisch-baraguayischen „Itaipu“ und dem chinesischen „Xiluodu“.

    Laut einem Sputnik-Korrespondenten vor Ort ist die U-Bahn in Caracas wegen des Stromausfalls lahmgelegt worden. Auch der Mobilfunkverkehr wurde gestört.

    Nach Angaben von Präsident Maduro arbeiten die Behörden des Landes gegenwärtig intensiv daran, die Arbeit des nationalen Stromversorgungssystems wiederherzustellen.

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    Twitter, Stromausfall, Blackout, twitter, US-Senat, Marco Rubio, Nicolas Maduro, Caracas, Venezuela