11:30 23 März 2019
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    Minsk. Feierlichkeiten zum Tag der Unabhängigkeit Weißrusslands

    Russischer Botschafter über Weißrusslands Souveränität

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    Politik
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    Russland ist bereit, Weißrussland im Bedarfsfall beim Schutz seiner Souveränität zu unterstützen, sollten vom Westen entsprechende Bedrohungen, die „bunten“ Revolutionen und Staatsstreichen analog sind, ausgehen, sagte der russische Botschafter in Minsk, Michail Babitsch, in einem Interview für Sputnik.

    Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hatte wiederholt erklärt, die Souveränität des Landes sei ein Heiligtum und dürfe nicht verloren gehen. Wie Lukaschenko im Januar anmerkte, werde Weißrussland in den nächsten Jahren „auf die Probe gestellt“, sodass die Weißrussen zu einer Antwort bereit sein müssten.

    Zum Thema Souveränität sagte der Botschafter: „Alle wollen sich seit langem, wie mir scheint, darüber klar werden, wer die weißrussische Souveränität antastet und vor wem man sie schützen will. Wenn es eine Bedrohung vom Westen ist, die den bekannten ‚bunten‘ Revolutionen und Staatsstreichen analog ist, so wird die Russische Föderation, wenn sie darum gebeten werden sollte, als Verbündeter gemeinsam mit Weißrussland diese Souveränität mit allen zu Gebote stehenden Mitteln verteidigen.“

    „Sind das Anspielungen auf Russland, so ist das kein partnerschaftliches Verhalten“, so der Botschafter. „Selbst wenn es sich nur um eine Wahltechnologie mit der Bezeichnung ‚Mobilmachung der Wählerschaft durch das Schaffen eines Feindbildes‘  handelt, ist es kaum vernünftig, eine solche Technologie auf Kosten der Beziehungen zum engsten Verbündeten und einem Brudervolk anzuwenden. Russland hat einen solchen Umgang nicht verdient“, betonte der Diplomat.

    Er merkte an, dass Russland Weißrussland keinen Vorschlag zu einem Beitritt zum Staatsbestand gemacht habe. „… Umgekehrt, der russische Präsident hat wiederholt – sowohl öffentlich als auch in persönlichen Gesprächen mit dem weißrussischen Präsidenten — seine Haltung dargelegt: Russland tritt ausschließlich für eine bilaterale gegenseitig vorteilhafte Entwicklung des Unionsstaates ein, wenn dies unsere weißrussischen Freunde wünschen“, so Babitsch.

    Wenn man in Weißrussland keine Entwicklung des Unionsstaates wolle, so sei es möglich, „ein beliebig anderes Integrationsformat der Beziehungen zu entwickeln“, sagte der Botschafter.

    Wie der weißrussische Präsident am 1. März vor Öffentlichkeits- und Medienvertretern sagte, sehe er keine Absicht vonseiten der russischen Behörden, die Republik Weißrussland in den Bestand der Russischen Föderation aufzunehmen. Die Weißrussen wollten mit Russland zusammenhalten und dabei „in einer eigenen Wohnung leben“, betonte Lukaschenko.

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    Tags:
    Bedrohungen, Souveränität, Sputnik, Michail Babitsch, Alexander Lukaschenko, Westen, Weißrussland, Russland