11:15 23 März 2019
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    Eingang ins EU-Parlament in Straßburg

    Linke und AfD fallen: Neue Stimmung bei Umfrage zur Europawahl

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    Politik
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    Marcel Joppa
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    Ende Mai ist Europawahl, und die Parteien kämpfen um jede Stimme. Eine heute veröffentlichte Wahlumfrage zeigt: Die vergangenen Tage scheinen die Stimmung in Deutschland beeinflusst zu haben. Innerhalb nur einer Woche gab es vergleichsweise große Veränderungen. Warum das so ist, könnte auch an Sahra Wagenknecht liegen.

    Wahlumfragen sind so eine Sache: Je nach Umfrageinstitut können sie voneinander abweichen, und am Wahlabend selbst sind die Ergebnisse dann noch einmal anders. Aber Umfragen geben ein wichtiges Stimmungsbild innerhalb der Bevölkerung wieder. Schaut man auf eine jetzt veröffentlichte Erhebung zur Europawahl muss man feststellen: So groß sind die Schwankungen innerhalb nur einer Woche selten.

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    Wagenknecht als Leitfigur…

    In einer am Freitag von der Forschungsgruppe Wahlen veröffentlichten Erhebung gehört unter anderem die Linke zu den großen Verlierern. Die Partei fällt im Vergleich zu einer INSA-Umfrage vom 7. März von neun Prozent auf jetzt sechs Prozent. Verantwortlich dafür könnte der angekündigte Rückzug der Spitzenpolitikerin Sahra Wagenknecht von der Fraktionsspitze sein. Auch gilt der linke Spitzenkandidat zur Europawahl, Martin Schirdewan, als vergleichsweise unbekannt.

    Affäre um Meuthen…

    Ebenfalls Verluste muss die AfD hinnehmen: Die Alternative für Deutschland erlangt statt wie vor einer Woche noch zwölf Prozent jetzt nur noch neun Prozentpunkte. Das mag mehrere Gründe haben: Einerseits droht der Partei eine weitere Strafzahlung wegen einer Parteispendenaffäre rund um den Parteichef und Spitzenkandidaten Jörg Meuthen. Auch hat das AfD-Leitthema Flüchtlingspolitik zuletzt immer weiter an öffentlichem Interesse eingebüßt.

    Dritter und letzter Verlierer der aktuellen Wahlumfrage ist die FDP. Die Freien Liberalen verlieren im Vergleich zur Umfrage vor einer Woche ebenfalls: Sie fallen von 9,5 auf jetzt sieben Prozent. Das dürfte auch den jüngsten Äußerungen von Parteichef Christian Lindner geschuldet sein. Dieser hatte mit seiner Kritik an den Schülerprotesten „Fridays for Future“ für Unverständnis gesorgt. Auch blieb die FDP-Spitzenkandidatin zur Europawahl, Nicola Beer, zuletzt recht blass.

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    Schwarz-Rot-Grün profitiert…

    Doch wohin sind die insgesamt 8,5 Prozent der Stimmen gewandert, die den drei Parteien abhandengekommen sind? Vor allem die Union gehört hier zu den großen Gewinnern. Im Vergleich zu der INSA-Umfrage vor einer Woche steigen CDU und CSU von 29 auf 35 Prozent. Auch die Grünen legen von 15 auf 18 Prozent zu. Auch der kleine Regierungspartner SPD kann immerhin etwas hinzugewinnen: Die Sozialdemokraten steigen von 16 auf 18 Prozentpunkte.

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    Tags:
    Chancen, Umfrage, Stimmung, Flüchtlinge, Wahl, SPD, CSU, CDU, FDP, AfD, Jörg Meuthen, Europa