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    Juan Guaido, Venezuelas selbsternannter Übergangspräsident

    Venezuela: Letzte US-Diplomaten abgezogen - Moskau ahnt Schlimmes

    © AP Photo / Fernando Llano
    Politik
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    Nach dem Abzug aller US-Diplomaten aus Caracas zeigt sich Moskau besorgt über mögliche weitere Schritte Amerikas gegen Venezuela. Im Machtkampf in dem südamerikanischen Land stehen die USA hinter dem selbsternannten Präsidenten Guaidó und drohen der venezolanischen Armee mit Folgen, wenn sie sich nicht vom gewählten Staatschef Maduro abkehre.

    US-Außenminister Mike Pompeo hatte am Dienstag angekündigt, die USA würden noch in dieser Woche ihre letzten Diplomaten aus Venezuela abziehen, denn das Botschaftspersonal „behindere“ die US-Politik.

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    Diese Begründung ließ in Moskau die Alarmglocken läuten: Dass Washington sein letztes Botschaftspersonal aus Caracas abziehe, verwundere zwar nicht weiter, denn Venezuela habe den amerikanischen Diplomaten ja schon nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen die Tür gewiesen, sagte  Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, am Freitag in Moskau.

    „Beunruhigend ist allerdings, dass das Botschaftspersonal laut dem US-Außenminister Pompeo die US-Handlungen behindert. Was für Handlungen sind damit gemeint?“, fragte Sacharowa.

    Nach ihren Informationen suchen US-Geheimdienste derzeit Kontakt zu den in Venezuela operierenden Schmugglern, um sich von ihnen über illegale Grenzübergangsmöglichkeiten informieren zu lassen. Die Quelle für diese Angaben nannte die russische  Außenamtssprecherin nicht.

    Venezuela kämpft seit Monaten mit einer Hyperinflation und Versorgungskrise. Der Bevölkerung des ölreichsten Landes der Welt mangelt es an Lebensmitteln und Medikamenten. Vor diesem Hintergrund demonstrieren Tausende sowohl gegen als auch für den Staatschef Maduro.

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    Als die Proteste Ende Januar eskalierten, erklärte Oppositionschef Juan Guaidó Präsident Maduro für abgesetzt und sich selbst zum Übergangs-Staatschef. Die USA und ihre Verbündeten stellten sich klar hinter Guaidó.

    US-Präsident Donald Trump drohe sogar den venezolanischen Militärs mit Konsequenzen, sollten sie weiter zu Maduro halten. „Wenn ihr weiter zu Maduro steht, werdet ihr keinen sicheren Hafen finden und keinen leichten Ausweg. Ihr werdet alles verlieren", warnte er im Februar. Russland, China und mehrere weitere Länder erkennen Guaidó nicht an und sehen Maduro als den legitimen Präsidenten.

    In dieser Woche kündigte das Auswärtige Amt in Berlin an, die Zahl der Mitarbeiter an der Deutschen Botschaft in Venezuela zu reduzieren. Grund seien die schwierigen Lebensbedingungen und die Gefahr einer weiteren Verschlechterung der Sicherheitslage.

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    Tags:
    Putschversuch, Botschaft, Außenministerium, Juan Guaidó, Juan Guaido, Nicolás Maduro, Michael Pompeo, Donald Trump, Maria Sacharowa, Nicolas Maduro, Venezuela, USA, Russland