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06:51 18 Oktober 2019
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    Kinder spielen auf einem Panzer Serbiens nach NATO-Angriff (Archiv)

    Serbien muss Nato Angriffe von 1999 verzeihen… aber wird sie nie vergessen – Vucic

    © AFP 2019 / MIKE NELSON
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    Diesen Monat jähren sich die Nato-Bombenangriffe gegen Jugoslawien zum 20. Mal. Der serbische Präsident Aleksandar Vucic hat am Montag erläutert, wie sein Land am besten mit dieser schmerzvollen Erfahrung umgehen soll.

    Am Montag startete in der serbischen Hauptstadt Belgrad die vierte internationale Konferenz „Belgrader strategischer Dialog“.

    „Ich bin mir sicher, dass die Nato, die immer sagt, dass es Serbiens Wahl sei, eher bereit wäre, Serbien aufzunehmen als andere Länder in der Region, die der Nato entgegengelaufen sind“, so Vucic.

    „Wir sagen immer und überall, dass wir nicht in die Nato wollen, und wir tun das offen. Wir wollen gute, anständige Beziehungen haben, wir wollen aber nicht der Nato beitreten“, fügte er hinzu.

    Er glaube an die Stärke der serbischen Armee, betonte Vucic: Sein Land wolle seine Unabhängigkeit, seine Freiheit und seinen Himmel mit den eigenen Streitkräften verteidigen. Serbien habe zudem vor 20 Jahren viel zu viel durchgemacht, als dass es die Vergangenheit einfach vergessen könnte. 

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    „Unsere Pflicht ist es, zu verzeihen, doch vergessen können wir nie“, betonte der serbische Staatschef. 

    Die Bombenangriffe gegen Serbien vom 24. März bis 10. Juni 1999 bezeichnete Vucic als Aggression der Nordatlantischen Allianz, weil diese ohne Mandat des UN-Sicherheitsrats stattgefunden hatten.

    Die Nato hatte die Republik Jugoslawien vom 24. März bis zum 10. Juni 1999 bombardiert. Die Notwendigkeit der Operation Allied Force wurde mit angeblichen „ethnischen Säuberungen“ im Kosovo und Metochien seitens Serbiens begründet. Nach Einschätzungen der jugoslawischen Seite kamen dabei mehr als 2500 Zivilisten ums Leben.

    Nach Angaben der serbischen Seite setzte die Nato bei ihren Bombardements abgereichertes Uran ein. Nach Angaben des serbischen Verbands zur Krebsbekämpfung soll der Einsatz radioaktiver Bomben zwischen 2001 und 2010 zu 15.000 Krebserkrankungen und 10.000 Toten geführt haben. 

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    Am vergangenen Wochenende hatten in Belgrad Proteste gegen die Regierung des Landes stattgefunden. Vor der Präsidentenresidenz hatten sich mehr als eintausend Menschen versammelt. Ein Lastwagen der Protestler durchbrach die Polizeiabsperrung, einige Polizisten wurden angegriffen.

    Zuvor hatten Kritiker von Serbiens Staatschef den staatlichen Fernsehsender RTS gestürmt. Die Demonstranten werfen dem Sender vor, nur regierungsfreundlich zu berichten und die Opposition zu wenig zu Wort kommen zu lassen.

    Seit dem 8. Dezember geht die Opposition jeden Samstag gegen Vucic auf die Straße. Die Demonstranten werfen der Führung des Landes Korruption und die Verletzung demokratischer Grundsätze vor.

     

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    Tags:
    Angriffe, Bombenangriffe, Opfer, NATO, Aleksandar Vučić, Belgrad, Serbien