14:10 08 August 2020
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    UN-Experten haben Israel vorgeworfen, bei den Auseinandersetzungen zwischen der israelischen Armee und den protestierenden Palästinensern an der Grenze zum Gazastreifen vor knapp einem Jahr mutmaßlich Kriegsverbrechen begangen zu haben und neue Einsatzregeln für das israelische Militär gefordert. Dies meldet die Nachrichtenagentur dpa am Montag.

    Am Montag legte die Kommission dem Menschenrechtsrat einen Bericht vor, in dem Israel vorgeworfen wird, Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben. Nach Angaben der Kommission wurden von Ende März bis Ende Dezember 189 Palästinenser getötet und mehr als 6000 angeschossen.

    Die Erlaubnis tödlicher Schüsse gegen Demonstranten sei in den meisten Fällen illegal, so Santiago Canton, Vorsitzender der von dem UN-Menschenrechtsrat gegründeten Kommission, die die Gewalt an der Grenze seit Ende März vergangenen Jahres untersucht.

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    Am 28. Februar hatte die Kommission bereits eine Kurzfassung des Berichts präsentiert. Damals hatte Israel die Vorwürfe scharf kritisiert.

    Eine israelische Delegation, die vergangene Woche nach Genf gereist war, behauptete, jeder Einsatz tödlicher Gewalt werde von einem Kommandanten vor Ort genehmigt, und das nur, wenn die Zielperson eine große Gefahr darstelle. Vorhandene Videos würden jeweils nur einen Ausschnitt zeigen. Eine Person, die dort offenbar unbeteiligt getroffen werde, habe womöglich vorher Sprengsätze geschleudert. Die Demonstranten träten als Zivilisten auf, seien aber oft Mitglieder militanter Kampfverbände.

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    Tags:
    Palästinenser, Vorwürfe, Kriegsverbrechen, Gewalt, Untersuchung, Auseinandersetzungen, Proteste, israelische Armee, UN-Menschenrechtsrat, UN, Gazastreifen, Israel