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06:13 19 Oktober 2019
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    Der neue Chef der Jungen Union Tilman Kuban (l.) und der bisherige Vorsitzende Paul Ziemiak

    Neuer Junge Union Chef: Wer sich nicht an Gesetze halten will, ist nicht willkommen

    © AFP 2019 / Michael Kappeler / DPA
    Politik
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    Es ist so weit: Die Nachwuchsorganisation der Union hat den Juristen Tilman Kuban zum neuen Chef gewählt. Bisher führte der 31-jährige Jurist den Nachwuchslandesverband in Niedersachsen an.

    Die Junge Union (JU) ist die gemeinsame Jugendorganisation der beiden deutschen Parteien CDU und CSU. Sie ist die mitgliederstärkste Jugendorganisation einer politischen Partei in der Bundesrepublik Deutschland und in Europa.

    An diesem Samstag lud die Junge Union rund 300 Delegierte zu einem Deutschlandtag ein, um einen neuen Chef zu wählen, da der bisherige Vorsitzende Paul Ziemiak im Dezember CDU-Generalsekretär wurde. Angela Merkel verzichtete auf diesen Besuch, da sie nicht mehr CDU-Vorsitzende ist. Annegret Kramp-Karrenbauer nahm doch als Parteichefin bei der Veranstaltung teil.

    Die Rede, die alles verändert hat

    In der engeren Auswahl für das Chefamt standen zwei Kandidaten: Stefan Gruhner, Landesvorsitzender der Jungen Union in Thüringen, und Tilman Kuban, Landesvorsitzender der Jungen Union in Niedersachsen. In diesem Rennen galt lange der Thüringer Gruhner als Favorit: Ein sehr erfahrenerer Kandidat, der seit fast einem Jahrzehnt Landesvorsitzender in Thüringen ist und seit 2014 dort auch im Landtag sitzt. Nach einer Bewerbungsrede wurde Kuban mit knapp 63 Prozent zum neuen JU-Chef gewählt.

    In der Rede ging Kuban sofort in die Offensive: Er attackierte nicht nur die politischen Gegner, sondern auch vieles in der eigenen Partei. Während seiner Ansprache wurde er mehrfach von lautem Applaus und „Tilman, Tilman“-Rufen unterbrochen.

    „Wenn die Verteidigungsministerin mehr Kinder als Flugzeuge hat, ist das nicht die Ausrüstung, die wir wollen“, erläuterte er in Bezug auf die siebenfache Mutter Ursula von der Leyen.

    Dem Juso-Chef Kevin Kühnert rief er mit Blick auf die Forderung nach Enteignung von Immobilienunternehmen zu: „Kevin, mach Dein Studium fertig, dann kannst du dir eine Wohnung leisten.“

    Im Streit um Internet-Upload-Filter, die Merkels Regierung unterstützt, werde Kuban „bis zur letzten Patrone für die Meinungsfreiheit“ kämpfen.

    Und dann schrie er in den Saal: „Wenn die Linken in unserem Land sich hinstellen und lieber für die Schultoiletten des dritten bis 312. Geschlechts kämpfen“, dann stelle sich die Junge Union dem dagegen.

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    Seit langem gilt der Politiker als Kritiker der Migrationspolitik von Angela Merkel: „Wer sich in unserem Land nicht an unsere Gesetze halten will, der ist in unserem Land nicht willkommen.“ Er hatte bereits im Oktober 2015 einen Brief von CDU-Politikern gegen Merkels Asylpolitik unterzeichnet – und gehörte damit zu den ersten in der CDU, die sich deutlich gegen die Kanzlerin stellten.

    Kuban gab auch den Grünen etwas mit: „Wir werden nicht zulassen, dass sie mit ihrem Verbotsfetischismus durchs Land ziehen.“

    Der Saal tobte. Die Delegierten klatschten, kreischten, klopften. Der Hashtag #Kubaner macht bereits in den sozialen Netzwerken die Runde.

    „Sturmfest und erdverwachsen“

    Die CDU hat nun nicht den ersten ostdeutschen Chef: Sollte der Thüringer Stefan Gruhner gewinnen, stünde zum ersten Mal ein Ostdeutscher an der Spitze der Jungen Union. Mit Kuban hat die Nachwuchsorganisation aber den ersten Europapolitiker: Der 31-jährige kandidiert bei der Europawahl fürs Europäische Parlament. Bei einem Wahlerfolg wäre er der erste JU-Bundeschef in Straßburg.

    Seit drei Jahren ist der Jurist Kuban Leiter der Rechtsabteilung bei den Unternehmerverbänden in Hannover und seit mehr als fünf Jahren steht er an der Spitze der JU in Niedersachsen. Kuban war lange in der Kommunalpolitik tätig und zog als „A-Team“ für den ehemaligen Spitzenkandidaten Bernd Althusmann in den Wahlkampf.

    Mit der Zeile „Sturmfest und erdverwachsen“ aus dem Niedersachsen-Lied fühlt er sich nicht schlecht beschrieben. Der Politiker will sich als Macher geben: „Ich bin sturmfest und erdverwachsen und trage das Herz auf der Zunge und werde es bestimmt nicht immer allen recht machen können“, warb er in Berlin für sich.

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    Tags:
    Vorsitzender, Gewinn, Jugend, Kandidat, Wahlen, Junge Union, CDU/CSU, Tilman Kuban, Paul Ziemiak, Annegret Kramp-Karrenbauer, Angela Merkel, Deutschland