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    Serbische Bevölkerung verlassen Mitrovica Stadt unter Buh-Ruf von den Kosovo-Albanern (Archiv)

    15 Jahre nach der ethnischen Säuberung im Kosovo: Nie wieder zurück?

    © AFP 2019 / JEAN-PHILIPPE KSIAZEK
    Politik
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    Von Walerija Filippowa
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    Die schweren Proteste gegen die Regierung in Serbien haben ein tragisches Datum in der Geschichte des Landes in den Schatten gestellt: Vor 15 Jahren kam es zu einem Ausbruch von Gewalt im gesamten Kosovo, als Albaner ethnisch-motivierte Übergriffe gegen Serben und andere Minderheiten verübten.

    Das von Albanern organisierte Pogrom in der südserbischen Provinz Kosovo und Metochien begann am 17. März 2004. Innerhalb von zwei Tagen kamen 19 Menschen ums Leben, Hunderte wurden verletzt, mehr als 4000 Serben verloren ihre Häuser und mussten fliehen. Das Ausmaß der Ausschreitungen im Kosovo war so groß, dass sogar der damalige US-Kommandeur der Nato-Streitkräfte in Südeuropa, Admiral Gregory Johnson, „diese Art von Aktivität“ als ethnische Säuberung bezeichnete.

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    Unter dem Motto „Tod den Serben“ verstanden die Albaner wohl nicht nur den körperlichen, sondern auch den geistigen Tod. Im Verlauf der Gewaltexzesse wurden 35 serbisch-orthodoxe Klöster und Kirchen in Brand gesetzt oder völlig zerstört. Ein Video, in dem zu sehen ist, wie junge Männer die Kreuze auf den Kuppeln einer Kirche abbrechen, wurde zu einem der eindrucksvollen Zeugnisse dieser Grausamkeiten.

    Die Pogrome vom März 2004 bedeuteten einen schweren Schlag für KFOR (die Nato-Truppe im Kosovo) und UNMIK (die Uno-Mission für die Übergangsverwaltung im Kosovo). Die Autoren der Studie „Die Kosovo Bilanz — Scheitert die internationale Gemeinschaft?“ Helmut Kramer und Vedran Dzihic bemerken, dass KFOR und die UNMIK-Polizei sich ganz im Gegensatz zu den schöngefärbten späteren Eigendarstellungen als nicht „on top oft the job“ erwiesen hätten. Die sogenannten Schutztruppen waren nicht bereit, die Serben und die serbischen Heiligtümer wirklich zu verteidigen.

    Daran erinnerte am Samstag der serbische Präsident Aleksandar Vučić: „Von ihnen (KFOR – Anm. d. Redaktion) erwarten wir, dass sie in jedem Moment reagieren werden, wenn das serbische Volk bedroht wird. Wenn die Nato das nicht praktisch tun kann, gibt es diejenigen, die in der Lage sind, unser Volk zu schützen.“ Er unterstrich, dass die serbische Führung ihre Mitbürger nicht im Stich lassen werde.

    Heute, 15 Jahre nach den Ausschreitungen im Kosovo, droht die Situation weiter zu eskalieren. Die wichtigsten Faktoren der Instabilität sind derzeit radikale Handlungen der Kosovo-Führung sowohl auf der wirtschaftlichen als auch auf der militärpolitischen Ebene. Die amtliche Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, verbindet die gegenwärtige Krise  im Norden des Kosovo  mit der langjährigen Vorschubleistung für Priština von Seiten äußerer Kuratoren wie den USA und der EU.

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    Unruhen herrschen aber auch in Belgrad. Die hier seit Dezember andauernden Proteste zeugen davon, dass die Stabilität auf dem Balkan noch weit entfernt ist. Und obwohl jedem klar ist, dass unbedingt alles getan werden muss, damit sich solche Ereignisse wie im März 2004 nicht wiederholen, drängt sich die Frage auf, was änderte sich in diesen Jahren und ob man sich auf die internationale Gemeinschaft wirklich verlassen kann.

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    Tags:
    Proteste, Studie, ethnische Säuberungen, NATO, KFOR, Kosovo, Serbien