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11:38 22 Juli 2019
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    Ex-Kanzler-Berater Horst Teltschik am Montag in Berlin (Archivbild)

    So können Beziehungen zwischen Russland und Westen verbessert werden – Kohl-Berater

    © Sputnik / Tilo Gräser
    Politik
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    Der Berater des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl, Horst Teltschik, hat in einem Kommentar für die Zeitung „Die Welt“ erläutert, was für die Verbesserung der Beziehungen zwischen Russland und dem Westen notwendig ist.

    „Die entscheidende Währung, um die gegenwärtige Krise zu überwinden, ist daher Vertrauen – insbesondere zwischen den handelnden Politikern“, so Teltschik wörtlich.

    Dies setze auch jeweils einen gewissen Vertrauensvorschuss voraus; „das heißt nichts anderes, als dass man selbst bereit sein muss, sich einem gewissen Risiko auszusetzen, dass das entgegengebrachte Vertrauen missbraucht oder nicht mit dem gleichen Vertrauen beantwortet wird“. Dazu erläuterte er:

    „Wenn ich Vertrauen gewinnen will, darf ich dem Partner aber keine Bedingungen stellen oder Sanktionen ankündigen.“

    Er betonte dabei, dass Deutschland sehr gute Voraussetzungen habe, um gute Beziehungen zu Russland aufzubauen. In dieser Frage solle Berlin gemeinsam mit Paris eine Führungsrolle im westlichen Bündnis übernehmen und gegenläufigen Tendenzen in Washington und den osteuropäischen Mitgliedstaaten offensiv entgegentreten.

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    Teltschik verwies aber darauf, dass sich die Eskalationsspierale zwischen den beiden Seiten drehe, während die Menschheit vor globalen Herausforderungen – wie Klimawandel, Verschmutzung der Weltmeere, Terror, Pandemien, Cyberkrieg, Flüchtlingsströme und Militarisierung des Weltraums – stehe.

    In Bezug auf die Nato ließ Teltschik verlauten, dass die Allianz, die „(…) für gemeinsame Entscheidungen und gemeinsames Handeln in Bezug auf Sicherheitsfragen von beiderseitigem Interesse“ sein sollte, auf einem Abstellgleis stehe.

    Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen hatten sich wegen der Situation in der Ukraine verschlechtert, wo sich Anfang 2014 ein Staatsstreich ereignet hatte, und auch wegen der Wiedervereinigung Russlands mit der Krim nach einem entsprechenden Referendum auf der Halbinsel, die bis dahin Teil der Ukraine gewesen war.

    Der Westen warf Moskau daraufhin die Einmischung in innenpolitische Angelegenheiten der Ukraine vor und verhängte Sanktionen. Moskau ergriff Gegenmaßnahmen und betonte, dass es kontraproduktiv sei, mit ihm die Sprache von Sanktionen zu sprechen. Zudem verwies Russland immer wieder darauf, dass es weder zu den Seiten des innenpolitischen Konflikts in der Ukraine gehöre noch ein Subjekt der Minsker Vereinbarungen zur Konfliktregelung im Donbass sei. Für Moskau sei die Krim-Frage für immer und ewig vom Tisch.

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    Tags:
    Vertrauen, Partner, Beziehungen, NATO, Horst Teltschik, Westen, Deutschland, Frankreich, Russland