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22:25 15 Juli 2019
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    Russischer Raketenkomplex „Iskander-M“, der mit den Raketen 9M729 aufgerüstet sein kann (Archiv)

    Russland wird 9M729-Raketenanlagen nicht vernichten

    © Sputnik / Stringer
    Politik
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    Russland wird die Komplexe mit der 9M729-Rakete nicht vernichten, die Moskau den Vorwurf eingebracht hat, gegen den INF-Vertrag zu verstoßen. Dies teilte das russische Außenministerium mit.

    „Wir können die Vernichtung von Anlagen mit unserer Rakete 9M729, die ohne Gründe von Washington für vertragswidrig erklärt worden ist, nicht anstreben“, hieß es aus dem Außenministerium Russlands.

    In der Behörde betonte man, die USA hätten alle Initiativen Russlands zurückgewiesen, die auf die Regelung der Gegenansprüche beider Seiten bei der Umsetzung des Vertrages über die Vernichtung von Raketen mittlerer und kürzerer Reichweite durch gegenseitige Transparenzmaßnahmen abzielten. 

    „Dabei wurde selbst die Idee der Gegenseitigkeit bei der Erfüllung solcher Maßnahmen abgelehnt. Die amerikanische Seite zeigte sich zu keinem weiteren Dialog bereit“, so das russische Außenamt. Die USA hätten einseitige  Zugeständnisse seitens Russlands erreichen wollen.

    „Die russischen Vorschläge zur Regelung der Situation bleiben in Kraft. Aber wir werden nicht an die geschlossene Tür klopfen.“

    Aktive Entwicklung neuer US-Raketensysteme

    Russlands Außenministerium verwies unter anderem darauf, dass die USA nun aktiv Raketensysteme mittlerer Reichweite entwickeln würden.

    „Wir sind gezwungen, uns auf deren potentiellen Aufbau vorzubereiten. Dabei akzeptieren wir kategorisch Versuche nicht, die objektive Logik der Förderung der militärstrategischen Bilanz ins Gegenteil zu verkehren und unsere Gegenmaßnahmen als Raketenbedrohung seitens Russlands zu interpretieren.“

    Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump erklärt, dass Washington am 2. Februar mit dem Ausstiegsverfahren aus dem INF-Vertrag beginne. Präsident Wladimir Putin versprach einen adäquaten Schritt, den Russland auch unternahm. Zugleich erklärte Putin, dass alle Abrüstungsvorschläge Russlands auf dem Tisch blieben und die Türen offen stünden, Moskau aber keine Gespräche mehr initiieren würde. Am 4. März unterzeichnete Putin einen Erlass, mit dem Russland den Vertrag über nukleare Mittelstreckensysteme (INF-Vertrag) ab sofort aussetzt.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: US-Ausstieg aus INF-Vertrag: Das sind die größten Verlierer – EU-Experte

    Der INF-Vertrag war am 8. Dezember 1987 von den damaligen Staatschefs der UdSSR und der USA, Michail Gorbatschow und Ronald Reagan, unterzeichnet worden. Darin verpflichteten sich beide Staaten, sämtliche Raketen mittlerer (1000 bis 5500 Kilometer) und kürzerer (500 bis 1000 Kilometer) Reichweite zu vernichten und keine neuen mehr zu produzieren.

    In den letzten Jahren werfen Moskau und Washington einander regelmäßig vor, gegen den INF-Vertrag zu verstoßen. Washington geht davon aus, dass Moskau die wahren Möglichkeiten des neuartigen Marschflugkörpers 9M729 für Iskander-Komplexe verheimlicht. Dem Pentagon zufolge hat diese Rakete eine Flugweite von mehr als 500 Kilometern.

    Moskau weist die Anschuldigungen als aus der Luft gegriffen zurück und fordert von den USA, die Vorwürfe mit konkreten Fakten zu untermauern.

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    Tags:
    Raketensystem, Vernichtung, INF-Vertrag, Rakete 9M729, Außenministerium Russlands, Russland, USA