23:15 20 April 2019
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    Nachstellung einer historischen Schlacht von Kreuzrittern

    Erdogan droht „verbliebenen Kreuzrittern“ offenbar mit Tod nach Moscheen-Massaker

    © Sputnik / Michail Mordassow
    Politik
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    Laut Medienangaben hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan nach der Moschee-Attacke in Christchurch gedroht, antimuslimische Besucher der Türkei „wie ihre Großväter in Särgen“ heimzuschicken. Daraufhin bestellte der Premier Australiens am Mittwoch Ankaras Botschafter ein. Neuseeland zeigte sich ebenfalls entrüstet.

    Vergangenen Samstag hielt Erdogan eine Wahlkampfkundgebung in Istanbul ab, wo er unter anderem die „Feinde des Islam“ anprangerte und sich zu der Attacke auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch äußerte.

    „Wir werden niemals den Feinden des Islam und seinen Gegnern gehorchen. Natürlich wird es jemandem unangenehm sein. Es wird zweifellos die Übeltäter stören. Von Syrien bis Arakan (Staat in Myanmar – Anm. d. Red.), von Afrika bis zum Balkan, wird dies zweifellos einige beunruhigen. Und natürlich beunruhigt der Aufstieg der Türkei die verbliebenen Kreuzritter“, zitiert die Nachrichtenagentur Anadolu den türkischen Staatschef.

    Dazu kritisierte Erdogan die Aussage, dass islamische Staaten die Quelle von Terrorismus seien.

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    In Bezug auf das rechtsextreme Manifest von Brenton Tarrant, der die Angriffe auf die Moscheen in Christchurch verübt hatte, erklärte Erdogan, dass man „Istanbul nicht wieder zu Konstantinopel machen“ könne.

    „Ihre Großväter kamen und sahen, dass wir da sind. Einige gingen dann zurück, andere kehrten in Särgen zurück. Wenn Sie mit der gleichen Absicht kommen, werden wir auf Sie warten“, sagte er und warnte, dass sie „ohne Zweifel“ genau wie ihre Vorfahren weggeschickt würden.

    Mit diesen Aussagen verwies er auf die Schlacht von Gallipoli, in der die neuseeländischen und australischen Streitkräfte eine schwere Niederlage erlitten. 

    Erdogan sagte, wenn man mit freundlichen Absichten komme, sei man willkommen. Sei man jedoch feindselig eingestellt, werde das türkische Volk genauso verfahren wie mit Daesh und den kurdischen Terroristen an der syrischen Grenze, so Erdogan laut der Agentur Anadolu.

    Angeblich soll er während der Kundgebung das Video der Christchurch-Attacke gezeigt haben.

    Australiens Premierminister, Scott Morrison, forderte von Erdogan, die Aussagen zurückzunehmen. Wie der Sender „SBS“ am Sonntag mitteilte, bestellte Morrison den türkischen Botschafter ein, konnte allerdings seine Rechtfertigungen hinsichtlich der Worte Erdogans nicht akzeptieren.

    „Ich war zutiefst beleidigt, wie jeder Australier. Das erste, was mir in den Sinn kam, war das Versprechen von (Mustafa Kemal) Atatürk – Atatürk versuchte, sein Land in eine moderne Nation zu verwandeln. Und ich denke, diese Kommentare stehen im Widerspruch zu diesem Geist und dem, was den Australiern versprochen wurde“, so der Premierminister.

    Neuseelands Außenminister und Vize-Premier, Winston Peters, kündigte eine Reise in die Türkei zur Klärung der Situation an. Die Aussagen Erdogans bezeichnete er laut dem neuseeländischen Portal „Newshub“ als „unfair“ und „zukunftsgefährdend“.

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    Im neuseeländischen Christchurch ist es am 15.März zu bewaffneten Angriffen auf zwei Moscheen gekommen. Die Tat hatte der Rechtsextremist mit einer Helm-Kamera live ins Internet übertragen. Zuvor hat der Schütze außerdem ein Manifest veröffentlicht, in dem er zum Mord an Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und dem Bürgermeister von London, Sadiq Khan, aufruft. Der Attentäter von Neuseeland war offenbar ein aktiver Nutzer des Netzwerkes Twitter sowie anderer Online-Plattformen, auf denen er zahlreiche rechtsextreme Botschaften publizierte. So soll er Verehrer des norwegischen Attentäters Anders Breivik gewesen sein und scharf den Islam und die Immigration kritisiert haben.

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    Tags:
    Moschee, Islam, SBS, Newshub, Agentur Anadolu, Winston Peters, Scott Morrison, Recep Tayyip Erdogan, Gallipoli, Christchurch, Neuseeland, Australien, Türkei