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19:07 21 Juli 2019
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    Massenproteste in Algerien

    Algeriens Staatschef hat Putin nicht um Hilfe gebeten – Peskow

    © REUTERS / Zohra Bensemra
    Politik
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    Der algerische Präsident Abdelaziz Bouteflika hat laut dem Kremlsprecher Dmitri Peskow in seinem Brief an den Präsidenten Russlands Wladimir Putin nicht um Hilfe gebeten. Peskow zufolge müssen alle Probleme in Algerien ohne eine äußere Einmischung gelöst werden.

    „Niemand hat um Hilfe aus Russland gebeten, beide Länder sind an guten Beziehungen und Kooperationsbeziehungen interessiert. In der Tat sind sowohl Algerien als auch Moskau an dieser Zusammenarbeit interessiert. Wir sind davon überzeugt, dass die Algerier selbst ihr Schicksal auf der Grundlage ihrer eigenen Gesetzgebung und ihrer Verfassung ohne das Eingreifen irgendwelcher Drittländer entscheiden müssen“, so Peskow am Donnerstag vor Journalisten. Damit beantwortete er die Frage, ob der algerische Präsident eine Bitte um Hilfe an Putin gerichtet habe.

    Zuvor war berichtet worden, dass der stellvertretende Ministerpräsident und Außenminister Algeriens, Ramtane Lamamra, einen für den russischen Präsidenten Wladimir Putin bestimmten Brief von dem algerischen Staatschef Abdelaziz Bouteflika an den Außenminister Russlands, Sergej Lawrow, in Moskau übergeben hatte.

    In der Hauptstadt Algier demonstrierten seit dem 22. Februar Tausende gegen den 82-jährgen Präsidenten, der sich im April erneut wählen lassen wollte. Die Ankündigung, für eine fünfte Amtszeit kandidieren zu wollen, löste im Land Massenproteste aus, die sich zuletzt immer mehr ausweiteten. Bei den Protesten wurden laut Medien mehr als 200 Menschen verletzt. Allein am Freitag beteiligten sich Zehntausende an den größten Demonstrationen in Algier seit fast drei Jahrzehnten. 195 Menschen wurden laut Staatsfernsehen festgenommen.

    Am 11. März kündigte Algeriens Staatschef in Reaktion auf unaufhörliche Proteste an, dass er nicht für eine neue Amtszeit kandidieren werde. Zudem nahm er die Rücktrittserklärung der Regierung an und verschob die für den 18. April anberaumten Wahlen. Dabei versprach Bouteflika, eine nationale Konferenz einzuberufen, um eine neue Verfassung auszuarbeiten und Reformen durchzuführen. Diese Konferenz, an der sich alle politischen Kräfte sowie öffentliche Akteure beteiligen sollen, soll angeblich auch den Zeitpunkt der Neuwahlen bestimmen.

    Bouteflika ist seit 20 Jahren an der Macht, seit einem Schlaganfall im Jahr 2013 aber kaum noch in der Öffentlichkeit aufgetreten. Sein genauer Gesundheitszustand ist Gegenstand von Spekulationen.

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    Tags:
    Massenproteste, Abdelaziz Bouteflika, Dmitri Peskow, Wladimir Putin, Algerien, Russland