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19:46 12 November 2019
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    US-Botschafter in Deutschland Richard Grenell (Archivbild)

    Alle Grenzen überschritten: Russischer General über Grenells Anmaßung

    © AFP 2019 / Tobias Schwarz
    Politik
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    Als Reaktion auf die Aufforderung deutscher Politiker, den amerikanischen Botschafter Richard Grenell auszuweisen, meinte der Präsident der Akademie für geopolitische Probleme, Generaloberst Leonid Iwaschow, die Deutschen würden nach und nach einsehen, dass die Nato-Mitgliedschaft bzw. ihre Ausgaben dafür zu ihrer Sicherheit nichts beitragen.

    Eher umgekehrt, sagte er im Sputnik-Gespräch.

    „Deutsche Soldaten sterben in Afghanistan, der Terrorismus macht sich auf deutschem Boden breit, während die Nato als Sicherheitsmechanismus sich als nutzlos und sogar schädlich erweist. Daraus ergibt sich die berechtigte Frage: Wozu der ganze Aufwand? Lieber festigt man dann die eigenen Institutionen der Rechtspflege, die Polizei usw., baut sein eigenes Sicherheitssystem auf.“

    Übrigens haben deutsche Generäle, mit denen General Iwaschow bei allerlei Beratungen im Rahmen des Nato-Russland-Rates oft ins Gespräch gekommen ist, „uns immer unterstützt, wenn wir von der kollektiven Sicherheit in Europa gesprochen haben, die sich aus nationalen Sicherheitssystemen zusammensetzen ließe.“

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    Und obwohl die Deutschen die Nutzlosigkeit der Nato eingesehen haben, meint Iwaschow, „sehen sie sich noch gezwungen, dem amerikanischen Druck nachzugeben. Alles hat aber seine Grenzen, und wenn ein Botschafter, zwar Trumps Mann, sozusagen ein ‚trumpierter Botschafter‛, nicht aber etwa ein Außenminister, einen unverhohlenen Eingriff in die Festlegung des Etats eines anderen Landes wagt, stößt dies natürlich auf Widerstand, vorläufig allerdings nur auf einen verbalen. Wir wollen aber sehen, was weiter passiert.“

    Gegenwärtig geben die europäischen Nato-Mitgliedsstaaten für die Verteidigung im Durchschnitt unter anderthalb Prozent ihres BIP —gegenüber drei Prozent gegen Ende des Kalten Krieges — aus. Sie entrichten direkte und indirekte oder nationale Beiträge. Die direkten werden für die Finanzierung der gemeinsamen Belange der Allianz eingezogen. Als national gelten beispielsweise die Bereitstellung von Technik oder Truppen zur Teilnahme an einem Kriegseinsatz und die Deckung der dadurch anfallenden Kosten.

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    Tags:
    Kritik, Forderungen, Rüstungsausgaben, Botschafter, Kalter Krieg, NATO, US-State Department, Leonid Iwaschow, Donald Trump, Richard Grenell, USA, Deutschland, Russland