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06:40 12 November 2019
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    Sergej Lawrow auf einer Pressekonferenz in Moskau

    Lawrow: Mit Nato-Aggression gegen Jugoslawien begann Untergrabung von Völkerrecht

    © Sputnik / Wladimir Astapkowitsch
    Politik
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    Westliche Länder, darunter die USA, haben Kurs auf die Zerstörung des Völkerrechts und auf dessen Tausch gegen eigene Regeln genommen, als die Nato 1999 beschloss, Jugoslawien zu bombardieren. Dies erklärte der russische Außenminister Sergej Lawrow in einem Fernseh-Interview zum Dokumentarfilm „Kehrtwendung über dem Atlantik“.

    Lawrow zufolge hatten die westlichen ständigen Mitgliedsländer des UN-Sicherheitsrates (Frankreich, Großbritannien und die USA) bei der Konferenz 1999 in Rambouillet eifrig für Gewaltanwendung gegen Jugoslawien plädiert. Mit besonderem Nachdruck hätten Russland und China, aber auch Argentinien und Brasilien dagegen gestimmt.

    „Sie wissen, womit das endete. Die Amerikaner waren nicht mehr aufzuhalten. Sie hatten seit langem die Entscheidung darüber getroffen und versuchten nun, sie über den UN-Sicherheitsrat ‚abzusegnen‘. Als ihnen bewusst wurde, dass dabei nichts herausgekommen war, gingen sie zu einer einseitigen Aggression gegen einen souveränen Staat über und verletzten damit die UN-Charta, die Prinzipien der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und im Prinzip auch die gesamte Weltordnung, die sich im Ergebnis des Zweiten Weltkrieges herausgebildet hatte“, betonte Lawrow.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Bombenanschlag in Jugoslawien: Russland Außenminister kommentiert Massaker von Račak<<<

    „Eben damals begann der Prozess der Unterschiebung von Begriffen, und die Amerikaner nahmen Kurs auf die Zerstörung des Völkerrechts und dessen Tausch gegen gewisse Regeln, auf denen die Ordnung beruhen sollte. Westliche Länder gebrauchen heute immer öfter den Terminus ‚die auf den Regeln beruhende Ordnung‘, anstatt dazu aufzurufen, das Völkerrecht einzuhalten. Dieser Unterschied ist klar. Das Völkerrecht ist ein Ergebnis von Konsens-Verhandlungen, während die Regeln von den Westlern selbst erfunden werden, die fordern, dass auch alle anderen sie befolgen. All das begann damals, vor 20 Jahren“, so Lawrow.

    Im Jahr 1999 hatte die bewaffnete Auseinandersetzung zwischen den albanischen Separatisten aus der Kosovo-Befreiungsarmee und den Armee- und Polizeikräften Serbiens dazu geführt, dass die Bundesrepublik Jugoslawien (sie bestand damals aus Serbien und Montenegro) durch die Nato in Umgehung des UN-Sicherheitsrates bombardiert wurde. Die Luftschläge dauerten vom 24. März bis 10. Juni 1999 an. Nach Einschätzung der serbischen Behörden wurden damals rund 2.500 Menschen, darunter 89 Kinder, getötet. Der verursachte Sachschaden betrug schätzungsweise 30 bis 100 Milliarden US-Dollar.

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    Tags:
    Gewaltanwendung, Völkerrecht, Aggression, UN-Sicherheitsrat, NATO, Jugoslawien, USA, Russland