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    Albaner begrüßen Nato-Soldaten in Kosovo (Archivbild)

    Lawrow zu Jugoslawien-Affäre: Nato wollte nach Osten vorrücken

    © AFP 2019 / Eric Feferberg
    Politik
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    Das Vorgehen der Nato in Jugoslawien ging auf den Wunsch der Allianz zurück, nach Osten – nah an die Grenzen Russlands - vorzustoßen, wie der russische Außenminister Sergej Lawrow am Freitag in einem Interview für das russische Fernsehen sagte.

    Diese Sachlage habe sich gerade in der Zeit herausgebildet, wo „man in Washington zu dem Schluss gekommen war, dass ‚die USA im Kalten Krieg gesiegt haben‘. Denn die Sowjetunion war verschwunden, Russland war schwach und beteuerte, dass es sich den westlichen demokratischen Prozessen anschließen wolle.“

    „Washington geriet in Versuchung, die Situation in der ganzen Welt total unter seine Kontrolle zu bringen, von den Prinzipien der Abstimmung der Herangehensweisen an internationale Probleme auf der Grundlage der UN-Charta abzuweichen und alle aufkommenden Fragen in einer Weise zu lösen, um in allen Regionen der Welt dominieren zu können. Die Geschichte mit Jugoslawien war zweifellos mit dem Wunsch verbunden, die Nato nach Osten, nah an die Grenzen der Russischen Föderation, vorzuschieben. Das steht außer Zweifel. Die nachfolgende Entwicklung zeigte, dass es im Allgemeinen so war“, sagte Lawrow.

    Im Jahr 1999 hatte die bewaffnete Auseinandersetzung zwischen den albanischen Separatisten aus der Kosovo-Befreiungsarmee und den Armee- und Polizeikräften Serbiens dazu geführt, dass die Bundesrepublik Jugoslawien (sie bestand aus Serbien und Montenegro) durch die Nato in Umgehung des UN-Sicherheitsrates bombardiert wurde. Die Luftschläge dauerten vom 24. März bis 10. Juni 1999 an. Nach Einschätzung der serbischen Behörden wurden damals rund 2.500 Menschen, darunter 89 Kinder, getötet. Der verursachte Sachschaden betrug schätzungsweise 30 bis 100 Milliarden US-Dollar.

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