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06:33 15 Oktober 2019
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    Bundesaußenminister Heiko Maas in MoskauNato-Raketenangriff auf das nächtliche Belgrad, März 1999

    Maas hält Nato-Bomben auf Jugoslawien für „richtig“

    © Sputnik / Grigorij Sysoew © AP Photo / Dimitri Messinis
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    Auch 20 Jahre nach dem Beginn der umstrittenen Nato-Luftangriffe auf die damalige Bundesrepublik Jugoslawien hält Außenminister Heiko Maas die deutsche Beteiligung daran für richtig.

    „Ich glaube nach wie vor, dass die deutsche Beteiligung ein Ausfluss verantwortungsbewussten Handelns gewesen ist“, sagte der SPD-Politiker den „Stuttgarter Nachrichten“ (Samstagsausgabe).

    „Wir haben damals gesehen, dass es massive Menschenrechtsverletzungen gegeben hat, bis hin zu Massenmord. Ich bin der Auffassung, dass das Eingreifen der Nato richtig war. Ich will nicht wissen, was noch alles dort geschehen wäre, wenn es das nicht gegeben hätte“, sagte Maas nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur.

    Die Nato hatte im Kosovo-Konflikt vom 24. März bis 8. Juni 1999 ohne UN-Mandat Jugoslawien bombardiert. Bei den Angriffen kamen verschiedenen Schätzungen zufolge zwischen 1200 und 2500 Menschen ums Leben, darunter etwa 270 Soldaten und Polizisten sowie 89 Kinder. Rund 12.500 weitere Zivilisten wurden verletzt. Zerstört wurden 148 Wohnhäuser und 62 Brücken; etwa 300 Schulen, Krankenhäuser und Staatseinrichtungen sowie 176 Kulturdenkmäler wurden beschädigt.

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    Kritiker, unter ihnen prominente Politiker und Experten, werten die Nato-Angriffe auf Jugoslawien als Völkerrechtsbruch, weil sie ohne Zustimmung der Vereinten Nationen erfolgten. Artikel 2 der UN-Charta besagt: „Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt“.

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